Der Grund, das macht Obama deutlich bei der Gründermesse in München, auf der er über Führung sprechen soll, sei nicht seine Generation oder die seines Nachfolgers Donald Trump, den er – mal wieder – mit keiner Silbe direkt erwähnt. Es ist die Generation Greta Thunberg. Die junge Schwedin habe sich einer „monumentalen“ Aufgabe gestellt, die eigentlich andere bewältigen müssten. „Sie ist sehr jung, um diese Bürde zu tragen. Eine 16-Jährige sollte das nicht tun müssen“, sagt Obama. „Wir sollten es jungen Leuten nicht so schwer machen.“ Sie würden immer wieder aufgehalten – „von alten Leuten wie mir“.
Greta erinnere daran, „dass diejenigen unter uns, die behaupten, Erwachsene zu sein, unserer Verantwortung oft nicht gerecht werden“. Und das gelte nicht nur für die Schwedin, sondern für Idealisten überall auf der Welt. „Es gibt überall Gretas“, sagt Obama. „Ich sehe Mut, und ich sehe Innovation, und ich sehe Idealismus.“ Die jungen Leute wüssten, dass es auf sie ankomme. „Darum zähle ich auf sie.“
Er beobachte, dass Ideale wie Humanismus und Menschenwürde heute infrage gestellt würden. „Wir müssen die Idee von Demokratie und Menschenrechten wiederbeleben“, fordert er. Ebenso den Glauben an die Gleichheit der Geschlechter, der freien Rede. Das Wichtigste sei aber, den Wert von Fakten wiederherzustellen. Was passiere, wenn der Staat keine Regeln habe, sehe man an sogenannten „failed states“. Wie es gut laufe, sehe man in Singapur, in Norwegen „und in den USA als wir noch – Sie wissen schon – die richtigen Dinge getan haben“. Wieder kein Wort über Trump direkt, und doch ist er an diesem Vormittag der pinke Elefant im Raum, wie meistens wenn sein Vorgänger öffentlich spricht.
Als Grund für den Rechtsruck in westlichen Demokratien sieht Obama auch Versäumnisse der Politik. „Eine gewisse Arroganz hatte sich eingeschlichen, bei denjenigen, die in westlichen Demokratien verantwortlich waren“, ist er überzeugt. Sie hätten die Ängste einiger Menschen nicht ernst genommen. Aber: „So hart wie die Dinge sind, wir waren nie besser ausgebildet, reicher, gesünder, weniger gewalttätig, toleranter.“ Skandinavische Länder seien da besonders gut. Auszuwandern sei für ihn trotzdem keine Alternative: „Ich muss die Vereinigten Staaten dazu bringen, es besser zu machen.“
Die junge Klimaaktivistin Greta Thunberg übernimmt nach Ansicht von Ex-US-Präsident Barack Obama eine „monumentale“ Aufgabe, die eigentlich andere bewältigen müssten. „Sie ist sehr jung, um diese Bürde zu tragen. Eine 16-Jährige sollte das nicht tun müssen“, sagte er am Sonntag in München bei der Gründermesse „Bits & Pretzels“. „Wir sollten es jungen Leuten nicht so schwer machen.“ Junge Leute würden immer wieder aufgehalten – „von alten Leuten wie mir“. Greta erinnere daran, „dass diejenigen unter uns, die behaupten, Erwachsene zu sein, unserer Verantwortung oft nicht gerecht werden“.
Bei der Gründermesse „Bits & Pretzels“, deren Verantwortliche nach eigenen Angaben zwei Jahre dafür gekämpft haben, Obama nach München zu holen, witzelte er herum und berhauptete, dass er vermutlich vor allem deshalb in München sei, weil sein Team gerne auf das Oktoberfest gehen wolle. Für ihn selbst sei der Besuch des Festes schwierig. „Der Secret Service wird etwas nervös“, sagte er. Aber vielleicht könne er sich verkleiden – mit einem falschen Bart beispielsweise. Er hatte 2016 angekündigt, nach dem Ende seiner Amtszeit das größte Volksfest der Welt besuchen zu wollen. Damals sagte er: „Ich bin noch nie beim Oktoberfest in Deutschland gewesen, das heißt: Ich muss noch mal wiederkommen. Wahrscheinlich macht es mehr Spaß, wenn ich kein Präsident mehr bin.“
Obama, der von 2009 bis 2017 Präsident der Vereinigten Staaten war, wäre nicht der erste Ex-Präsident auf der Wiesn gewesen. Im vergangenen Jahr hatte Bill Clinton (73) zusammen mit Ehefrau Hillary (71) das Oktoberfest besucht. Bill in der Lederhose und Hillary ohne Tracht im Blazer waren abgeschirmt in das bei Prominenten traditionell beliebte Käferzelt eskortiert worden.
Amüsant: Der Ex-Präsident erzählte, er wolle für seine Frau Michelle Lederhosen tragen. „Man hat mir eine Lederhose gegeben, und ungestört in meinem Hotel habe ich sie anprobiert. Ich fand, ich sah ziemlich gut aus. Ich werde sie für Michelle tragen.“ (dpa/alno)

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