„Sie scheint ein sehr glückliches junges Mädchen zu sein, das sich auf eine wundervolle Zukunft freuen kann. So nett anzusehen“, schrieb Trump in der Nacht zum Dienstag auf Twitter. Dazu verlinkte er einen Video-Ausschnitt der Rede Thunbergs. Darin wirft die Schülerin sichtlich verärgert den Politikern vor, mit ihrer Trägheit in der Klimakrise die junge Generation verraten zu haben.
Für den Post erntete der Präsident einen Shitstorm. Ein Nutzer kommentierte: „Nur zur Erinnerung: Das ist ein 73 Jahre alter Mann, der die mächtigste Position der Welt innehat. Und er erzählt Scheiße über ein Kind.“ Ein anderer fordert ironisch: „Gebt ihm den Nobelpreis für Klimawissenschaft, er verdient es!“ – dazu ein Bild von Trump mit der manipulierten Wetterkarte, die vor wenigen Wochen für Wirbel sorgte.
Mit brüchiger Stimme und Tränen in den Augen hatte die 16-jährige Thunberg am Montagabend die Dutzenden Staats- und Regierungschefs in der voll besetzten Halle der UN-Vollversammlung zu mehr Engagement beim Klimaschutz aufgerufen. „Wie konntet Ihr es wagen, meine Träume und meine Kindheit zu stehlen mit Euren leeren Worten?“, rief die junge Schwedin den Mächtigen dieser Welt entgegen.
„Menschen leiden, Menschen sterben, ganze Ökosysteme brechen zusammen. Wir stehen am Anfang eines Massenaussterbens und alles, worüber Ihr reden könnt, ist Geld und die Märchen von einem für immer anhaltenden wirtschaftlichen Wachstum.“ Den Politikern warf sie vor: „Sie lassen uns im Stich! Aber die jungen Leute beginnen, Ihren Verrat zu durchschauen.“
Trump ist ein bekennender Klimawandel-Skeptiker. Zu Thunbergs Rede kam er nicht. Ein offizielles Treffen der beiden hatte es beim Klimagipfel nicht gegeben. Aber eine kurze und ungeplante Szene hinter den Kulissen des Gipfels hatte im Internet für Wirbel gesorgt. In einem Video war zu sehen, wie Trump mit seiner Delegation durch einen Gang des UN-Hauptquartiers lief. Thunberg stand wenige Meter entfernt. Der Präsident nahm keine Notiz von der Schülerin, während sie ihm mit ernster Miene hinterher schaute.
Thunberg ist die Initiatorin der Jugendbewegung „Fridays for Future“, die vergangene Woche weltweit Millionen Menschen zu einem Klima-Streik auf die Straße gebracht hat. (dpa/red)

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