VDT-Aktive konnten zehn Tage in neuem Umfeld trainieren

Nicht im gewohnten Alltag, nicht im bekannten Umfeld trainieren und damit aus der Routine auszubrechen. Neues Material kennenlernen, neue Kontakte knüpfen, sich untereinander besser kennenlernen, sich als Gruppe neu entdecken – und all dies in einer professionellen Atmosphäre. Diese Punkte zählen der Akrotrainer Tomasz Prokop und der Übungsleiter der Geräteturner Pierre-Jean Linden zu den Vorteilen eines Trainingslagers.

Es sei die beste Halle in Europa, schwärmen die Trainer. Beweis dafür sei nicht zuletzt, dass sich die Nationalmannschaften aus Hongkong, Indien und Norwegen auf die Weltmeisterschaft in Stuttgart zur gleichen Zeit dort vorbereiteten. „Die Halle gehört Leszek Blanik. Er ist ein Freund und die Legende des polnischen Turnsports. Er war 2008 Goldmedaillengewinner bei den Olympischen Spielen in Peking“, erzählt Prokop. Die Teams zu sehen und ihn kennenzulernen, war für die Turner das Tüpfelchen auf dem I. Doch nicht nur für sie: „Andere zu beobachten, kann auch uns Trainer bereichern. Mir selbst hat es gebracht, neue Übungen zu sehen und gewisse Techniken besser zu verstehen“, erklärt Pierre-Jean Linden.

Unter verschiedenen Vorzeichen waren die Akrobatik-Turnerinnen und die Geräteturner in dieses Lager gekommen. Während erstere komplett dabei waren, waren von den Gerätespezialisten drei dabei. Im Akrobatikbereich wurden zum Ende der Saison talentierte Aktive verloren, sodass nun die neue Generation am Zuge ist und sich in Gdansk intensiv auf die Saison vorbereiten konnte, wobei der Blick auf die internationalen Wettbewerbe Ende des Jahres gerichtet sei, so Tomasz Prokop. Pierre-Jean Linden nutzte die Gelegenheit, neben der Grundlagenwiederholung an den verschiedenen Geräten die Physis, Kraft und Ausdauer zu stärken: „Ich weiß, dass viele in meinem Team noch jung sind. Ich wünsche mir für das nächste Trainingslager, dass wir alle zusammenfahren können.“ Viele Stunden Training prägten das Leben vor Ort. Doch die eine oder andere Stunden oder auch mal einen Tag den Kopf freizubekommen und Neues zu sehen, gegebenenfalls auch Geschichtliches, sei ebenso wichtig. Deshalb besuchte die Gruppe unter anderem Danzig, und Tomasz Prokop erklärt: „Wir hatten die Gelegenheit, intensiv und bewusst zu erfahren, was sich am 1. August 1944 um 17 Uhr in Warschau ereignete, als die Sirenen in der ganzen Stadt zu hören waren. Zu dieser Zeit stand die ganze Stadt für eine Minute still und gedachte der Menschen, die damals verstarben.“

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