In einem Interview mit „De Morgen“ kritisierte Vanden Stock den neuen Besitzer des Klubs, ohne dabei ein Blatt vor den Mund zu nehmen: „Selbst meine Vergangenheit wurde durch ihn beseitigt. Alles vom alten Anderlecht musste weg, raus.“
„Es gab plötzlich nichts Gutes mehr an der reichen Geschichte des Klubs“, so Vanden Stock weiter. „Gefühle des Stolzes fühlten sich fast wie Schuld an. Zuerst glaubst du nicht, was mit dir passiert. Aber nach einer Weile verabschiedet man sich innerlich von allem.“ Anderlecht verfolge der Ex-Präsident zwar weiter, „aber nur im Fernsehen und in den Medien.“
Im Stadion sei er zuletzt im Januar gewesen, so Vanden Stock weiter. „Eine Woche vor Beginn der neuen Saison wurde mir gesagt, dass es noch eine Karte für die Ehrentribüne gibt. Eine Woche vor Saisonbeginn. Ich glaube nicht, dass ich sie oft benutzen werde. Das Geld hat alles im Fußball beschädigt. Die Schönheit des Spiels, den Spaß, die Freundschaften.“
An einen Titelgewinn des Vereins, bei dem er über Jahrzehnte die Fäden zog, glaubt Vanden Stock indes nicht – im Gegenteil: „Ich verstehe nicht, warum die Fans plötzlich so mild geworden sind. Manager Herman Van Holsbeeck und ich wurden oft für kleinere Katastrophen angegriffen. Es ist eine Illusion zu denken, dass man mit Jugendspielern um den Titel kämpfen kann.“ (mn)

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