Mit Bankkarte bezahlen ist in vielen Bereichen des Lebens zur Normalität geworden. Seitdem besonders für die Begleichung kleiner Beträge keine zusätzlichen Gebühren mehr erhoben werden dürfen, hat sich das Bezahlen mit Bankkarte besonders in den kleinen Läden bewährt. Beim Bäcker und auf Parkplätzen oder in Parkhäusern ist es inzwischen so, dass immer mehr Kunden mit Bankkarte bezahlen. Beim Zeitschriftenhändler oder in der Sandwicherie hat sich das elektronische Zahlungsmittel noch nicht wirklich durchgesetzt, heißt es beim Anbieter der Zahlungsterminals, dem Unternehmen CCV.
Allgemein kann man sagen, dass die Bankkarte zunehmend für das Begleichen kleiner Beträge benutzt wird. In einem Jahr haben sich die elektronischen Zahlungen für Beträge bis zu zehn Euro verdoppelt, heißt es seitens CCV. Beim Konkurrenten Wordline wurde im ersten Halbjahr 2019 sogar ein Anstieg von 18 Prozent bei Beträgen bis fünf Euro verzeichnet, während für Beträge bis zu zehn Euro 13 Prozent mehr elektronische Zahlungen getätigt wurden. Laut Wordline wurden in kleinen Läden sogar 30 Prozent mehr Kartenzahlungen registriert.
Dass das elektronische Bezahlen in Bereichen wie Sandwicherien oder Zeitungsläden noch nicht angekommen ist, führt die Gewerkschaft der Selbstständigen darauf zurück, dass die Betreiber dieser Läden nur schwer davon zu überzeugen sind, in Bezahlterminals zu investieren, da die damit verbundenen Kosten in ihren Augen immer noch zu hoch sind. Einer Untersuchung des Planbüros zufolge, die die Gewerkschaft in diesem Zusammenhang nennt, müssen Ladenbesitzer monatlich zwischen 93 und 160 Euro für die Nutzung eines elektronischen Bezahlterminals berappen. Einige ziehen es deshalb vor, die elektronische Zahlung ab einem bestimmten Betrag zuzulassen. Andere bewahren das Bezahlterminal außerhalb des Sichtfelds der Kunden auf, sodass diese bei kleinen Beträgen erst gar nicht in Versuchung kommen, mit Karte bezahlen zu wollen. In den Augen der Selbstständigen-Gewerkschaft müssen die Kosten für den elektronischen Zahlungsverkehr, die zu Lasten der Händler gehen, gesenkt werden. Außerdem sollte der Kauf eines Terminals steuerlich absetzbar sein. Nur so könnten mehr Händler als bisher davon überzeugt werden, auf den „digitalen Zug“ zu springen. (um)

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