„Man kann ein Land nicht wie ein Pokerspiel regieren. [....] Die Entscheidung der CDH kam einfach viel zu früh“, äußerte sich Ecolo-Politiker Philippe Defeyt in der RTL-TVi Fernsehsendung „C'est pas tous les jours dimanche“. Der Wirtschaftsexperte kreidete außerdem an, dass die CDH mit ihrer Entscheidung die nationale Einheit gefährde. Eine Kritik, die Maxime Prévot, seines Zeichens CDH-Präsident, bereits vor einigen Tagen zurückwies. „Wir sind verantwortungsbewusst. Wenn unsere fünf bescheidenen Sitze gebraucht werden, um Extremrechts zu stoppen, die Stabilität des Landes oder des gemeinschaftspolitischen Friedens zu gewährleisten oder Entscheidungen in Fragen von großer Bedeutung wie Klima zu treffen, dann werden wir positiv reagieren, wenn es um den Erhalt der nationalen Einheit geht", erklärte er gegenüber dem öffentlich-rechtlichen Sender RTBF.
Für PS-Parlamentarier Pierre-Yves Dermagne habe die CDH mir ihrer Oppositionskur auf allen Ebenen zu einem „Chaos im Chaos“ beigetragen. „Wir wollten uns etwas Zeit nehmen, um alle Möglichkeiten abzuwägen. Doch die Entscheidung der CDH, die ich für verfrüht halte, hat diese Möglichkeiten deutlich eingeschränkt“, erklärte Dermagne dem Privatsender RTL-TVi.
Maxime Prévot hat bislang immer wieder betont, dass seine Partei mit ihrem Rückzug auf die schlechten Wahlergebnisse reagiert habe.
Die CDH hat angekündigt, die nächsten fünf Jahre dafür zu nutzen, um sich neu zu erfinden. Zentrumsparteien seien in ganz Europa, außer in Frankreich, unter Druck geraten, „und deshalb müssen wir uns fragen, ob unser politisches Projekt noch eine angemessene Antwort auf die großen gesellschaftlichen Herausforderungen von heute geben kann“, so Prevot. (belga/gz/calü)

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