Das wohl offenste Geheimnis des europäischen Fußballs war schon am Freitagmittag vollständig gelüftet - zumindest in der Stadt des Erzrivalen. Im Flughafen von Barcelona konnte man es bereits kaufen, Eden Hazards neues Trikot bei Real Madrid, der offizielle Shop der Königlichen hatte einfach mal Fakten geschaffen. Wenige Stunden später zog dann auch die Presseabteilung nach.
Und seit Freitagabend ist offiziell, was sich seit Wochen abgezeichnet hatte: Der Kapitän der Roten Teufel wird zum vorläufigen Königstransfer der Madrilenen, mit dem belgischen Offensivstar vom FC Chelsea stößt Real wieder in galaktische Transfersphären vor.
„Ein neuer Superstar ist da und bringt die Fans zum Schwärmen“, schrieb die spanische Marca und sieht Jahre der Dürre beendet. Seit 2014 habe Real keinen solchen Ausnahmespieler mehr verpflichtet, zu wenig für den Klub, der einst Jahr für Jahr die größten Namen anlockte: Luis Figo, Zinedine Zidane, Ronaldo, David Beckham - und später Cristiano Ronaldo, Kaka, Gareth Bale.
Diesen Kurs hatte Real irgendwann verlassen. Doch die vergangene, indiskutable Saison mit Platz drei in der Meisterschaft und dem Achtelfinal-Aus in der Champions League führte zum Umdenken. Trainer Zidane darf in diesem Sommer eine Mannschaft ganz nach seinem Gusto zusammenbauen. Rund 100 Millionen Euro soll die Ablöse für Hazard betragen, durch Bonuszahlungen kann der Betrag um weitere 45 Millionen Euro anwachsen. Das berichteten mehrere spanische Medien übereinstimmend.
Das Mittelfeldherz um Weltfußballer Luka Modric und Toni Kroos soll bestehen bleiben, davor wird Hazard zaubern. Und im Sturmzentrum soll Luka Jovic für frischen Wind sorgen. Erst vor wenigen Tagen hatte Real den 70-Millionen-Transfer von Eintracht Frankfurts Shootingstar perfekt gemacht.
Zudem hat Real schon den brasilianischen Innenverteidiger Eder Militao vom FC Porto für 50 Millionen Euro sowie dessen offensiven Landsmann Rodrygo (FC Santos/45 Millionen) in der Tasche.
Damit wird es kaum getan sein, immer wieder kursieren die Namen der französischen Weltmeister Kylian Mbappe von Paris St. Germain und Paul Pogba (Manchester United). Schließlich sollen wieder neue Titel für die erfolgreichste Vereinsmannschaft der Welt her.

Hazard erhält in diesem Starensemble einen Vertrag bis 2024, er wird am Donnerstag im Estadio Santiago Bernabeu vorgestellt. Zuvor absolviert er den Medizincheck, im Normalfall eine reine Formsache.
„Mein Traum war es, in der Premier League zu spielen, das habe ich sieben Jahre lang für einen der größten Klubs gemacht. Vielleicht ist jetzt die Zeit für eine neue Herausforderung gekommen“, hatte der Nationalspieler schon in der Vorwoche nach dem Gewinn der Europa League im Londoner Stadtduell gegen den FC Arsenal (4:1) gesagt.
Hazard, der im Finale zwei Tore erzielte und eine Vorlage gab, dürfte bei Chelsea schmerzlich vermisst werden. Zweimal in sieben Jahren gewann er mit den Blues die Meisterschaft, zweimal die Europa League sowie jeweils einmal den FA Cup und den League Cup. Hazard, dessen Bruder Thorgan in der kommenden Saison für Bundesliga-Vizemeister Borussia Dortmund spielt, erzielte für die Blues 110 Tore in 352 Spielen. (sid)

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