Hintergrund der sonderbaren Aktion war internationale Tag der Milch, der 2001 ins Leben gerufen wurde. Initiiert wurde der Pinkel-Coup von der Organisation „Tierärzte ohne Grenzen“, die damit auf die nicht ausreichende Milchproduktion in Afrika aufmerksam machen wollte.
„Milch ist für Afrikaner eine wichtige Nahrungs- und Einkommensquelle. Vor allem in trockenen und wüstenartigen Gebieten ist die Viehzucht oft die einzige Möglichkeit zu überleben“, erklärte „Tierärzte ohne Grenzen“-Sprecherin Josti Gadeyne.
Das Problem: Die unlautere Konkurrenz aus Europa, die ihre Milchüberschüsse in Form von mit Pflanzenfett angereichertem Magermilchpulver nach Afrika exportiert, macht das Leben der lokalen Bauern extrem schwer. Denn die europäische Pulvermilch ist dreimal billiger als die der lokalen Bauern, sodass diese weiter in die Armut gedrängt werden.
Zum Verständnis: Eine belgische Kuh produziert durchschnittlich 25 bis 35 Liter Milch pro Tag produziert, eine Kuh in der afrikanischen Sub-Sahara-Zone dagegen nur zwei bis drei Liter – in der Trockensaison sogar noch weniger. Ein Dorn im Auge der „Tierärzte ohne Grenzen“. „Wir fordern daher, dass die europäischen Milchüberschüsse nicht mehr in die westafrikanischen Ländern deponiert werden [...], denn die lokale Milchproduktion ist im Kampf gegen Hunger und Armut extrem wichtig”, so Josti Gadeyne.
Die Milch, die das Manneken Pis am Samstag gepinkelt hat, wurde übrigens von der belgischen Bauern-Kooperative Faircoop bereitgestellt. (belga/calü)

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