Polizeiärzte kassierten Vollzeitlohn für 27 Arbeitsstunden

Sie arbeiteten während maximal 27 Stunden, wurden aber für einen 38-Stunden-Vollzeitjob bezahlt und das im Einvernehmen mit den Verantwortlichen der föderalen Polizei. Das Ganze kam jetzt nach einem Treffen mit Gewerkschaftsvertretern ans Licht.

Wie die flämische Zeitung „Het Nieuwsblad“ am Donnerstag schreibt, habe es sich um ein „gentlemen´s agreement“ gehandelt, dem die Tatsache zugrunde liegt, dass Mediziner in Diensten der Polizei ein relativ geringes Gehalt beziehen.

Da die föderale Polizei selber nichts an der Höhe der Einkommen ändern konnte, wurden mit 25 Ärzten Vollzeitarbeitsverträge abgeschlossen und dabei vereinbart, dass die Ärzte weniger Stunden verrichten müssen. Auf diese Weise habe man den Ärzten Freiraum für einen Nebenverdienst schaffen wollen, heißt es in dem Zeitungsbericht.

Das Anfangsgehalt eines Polizeiarztes liegt bei 3.000 Euro und damit rund 1.000 Euro unter dem, was ein junger Arzt anderswo verdient. Durch diese Vereinbarung, die ohne Wissen der Gewerkschaften zustande gekommen ist und natürlich jeder gesetzlichen Grundlage entbehrt, flossen Zehntausende Euros, für die es keinerlei Gegenleistung gab.

Die Sache kam ins Rollen, nachdem einige der betroffenen Arbeitsmediziner, sobald sie mehr als 27 Stunden gearbeitet hatten, in der folgenden Woche ihre Überstunden abbauten und der Polizei dann noch weniger als die vereinbarten 27 Stunden zur Verfügung standen. Wie es jetzt weitergehen soll, ist noch unklar. Ob die Ärzte, die jahrelang zuviel Geld erhalten haben, das Geld zurückbezahlen müssen, bleibt abzuwarten. Jedenfalls soll jetzt dafür gesorgt werden, dass die Ärzte die Stunden leisten, für die sie laut Arbeitsvertrag eingestellt und entlohnt werden. Sachkenner gehen davon aus, dass das vermutlich dazu führt, dass gewisse Mediziner ihren Dienst bei der Polizei quittieren werden. (um)

Kommentare

  • ... und dann fragt man sich wo ist das Geld geblieben...

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