Fehler mit Medikamenten: 25 Anrufe täglich beim Antigiftzentrum

<p>Die Hälfte der Anrufe beim Antigiftzentrum entfallen auf Medikamente.</p>
Die Hälfte der Anrufe beim Antigiftzentrum entfallen auf Medikamente. | Foto: dpa

Im vergangenen Jahr erhielt das Antigiftzentrum, das unter 070/245 245 zu erreichen ist, mehr als 9.300 Anrufe wegen Arzneimittelfehlern. Das waren durchschnittlich 25 pro Tag. Mehr als die Hälfte der Anrufe hatte mit Überdosierung zu tun. Das schreibt die Zeitschrift "De Apotheker".

Die Hälfte der Anrufe beim Antigiftzentrum entfallen auf Medikamente. Dabei handelt es sich um Therapiefehler wie Überdosierung, Verwendung des falschen Produkts, unerwartete Nebenwirkungen, falsche Verabreichungswege, Wechselwirkungen mit anderen Produkten, Einnahme von abgelaufenen Arzneimitteln usw.

Therapiefehler beziehen sich häufig auf eine Überdosierung (4.900 Anrufe) und treten oft bei Kindern auf. So passiert es, dass Elternteile, unabhängig voneinander und jedes für sich, ihrem Kind ein Medikament wie Hustensirup oder Schmerzmittel gegeben haben. Oder sie haben die falsche Dosierpipette verwendet.

Auch die Einnahme eines falschen Produkts kommt häufig vor (ca. 2.000 Anrufe). Indem man Medikamente ohne Verpackung herumliegen lässt, wird ein Schlafmittel manchmal mit einem Antidepressivum oder einem Mittel gegen Durchfall verwechselt. Oder Tropfflaschen mit physiologischem Wasser werden gegen ätherische Öle ausgetauscht.

Therapeutische Fehler treten sowohl bei Erwachsenen (60 Prozent) als auch bei Kindern (40 Prozent) auf, vor allem nachts. Müdigkeit, unzureichende Beleuchtung oder schlechte Sicht können die Verwechslung zwischen ähnlichen Verpackungen erklären, schreibt „De Apotheker“.

Bei Kindern ist die Exposition gegenüber Medikamenten meist rein zufällig. (gz/belga)

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