Krätze – wenn Juckreiz einen wahnsinnig macht

Bei der Krätze handelt es sich um eine ansteckende Hautkrankheit, die durch Milben verursacht wird. Die Parasiten und deren Ausscheidungen lösen eine allergische Reaktion mit Ausschlag und starkem Juckreiz aus.

Die nicht einmal 0,5 Millimeter großen Milben haben acht Beine und setzen sich unter der Haut fest, sodass sie mit bloßem Auge gar nicht sichtbar sind.

Infizieren kann man sich durch direkten Körperkontakt mit einer Person, die unter Krätze leidet.

Die Parasiten graben sich unter der Haut durch, was Furchen verursacht, in denen die Weibchen Eier und Exkremente ablegen. Obwohl Krätze nicht als „schlimme“ Krankheit gilt, ist sie für die Betroffenen sehr unangenehm. Wie Dr. Marc Franckh uns erklärt, wird der Betroffene von „sehr starkem Juckreiz“ geplagt.

Krätze komme überall auf der Welt vor – auch bei uns. Die weitverbreitete Meinung, Krätze trete bei schlechten hygienischen Bedingungen auf, ist falsch.

Diese Hautkrankheit hat weder etwas mit schlechter Hygiene zu tun, noch ist sie erblich. Allerdings müssen Betroffene sich von einem Arzt behandeln lassen. Nur so können die Parasiten unter der Haut erfolgreich bekämpft bzw. vernichtet werden. Der Parasit ist nämlich äußerst widerstandsfähig und entwickelt sich bei Nichtbehandlung ständig weiter.

Personen in einem schlechten Gesundheitszustand können eine sehr hohe Anzahl von Milben tragen und deshalb auch schwere Formen von Krätze entwickeln.

Ein weiterer Grund dafür, dass Krätze unbedingt von einem Arzt behandelt werden muss, ist der, dass die Hautkrankheit ansteckend ist. Infizieren kann man sich durch direkten Körperkontakt mit einer Person, die unter Krätze leidet. Eine Ansteckung ist auch dann möglich, wenn man Kleidung der infizierten Person trägt, mit einem Infizierten in einem Bett schläft, eine ansteckende Person pflegt oder aber durch Geschlechtsverkehr.

Wie Dr. Marc Franckh uns auf Anfrage erklärte, trete Krätze besonders dort auf, wo viele Menschen auf engem Raum zusammenlebten. Schulen, Internate, Seniorenheime oder aber Großfamilien seien deshalb besonders betroffen.

Krätze braucht in der Regel lange, ehe die ersten Symptome auftreten. Das hat aber auch zur Folge, dass eine Person, bei der sich die Milbe eingenistet hat, noch vor Ausbruch der Hautkrankheit andere Personen anstecken kann.

Der Juckreiz, den Krätze verursacht, tritt vor allem an folgenden Körperstellen auf: zwischen den Fingern, an der Innenseite des Handgelenks, in der Ellen- oder Kniebeuge, unter den Achseln, im Hüftbereich, im Brustbereich, rund um den Bauchnabel, an den Fußsohlen sowie im Genitalbereich.

Wird Krätze diagnostiziert, muss das gesamte Umfeld des Betroffenen ärztlich behandelt werden. Die Behandlung umfasst u. a. Cremes und Salben. Aber Medikamente allein reichen bei der Bekämpfung dieser Krankheit nicht aus. Wer Krätze hat, muss auch während einiger Zeit strenge Hygienemaßnahmen einhalten. Dazu gehört beispielsweise der tägliche Wechsel von Kleidung und Bettwäsche. Und wie gesagt, nicht nur der Betroffene selbst, sondern alle Mitbewohner sowie Intimpartner müssen gleichzeitig behandelt werden.

Wer richtig behandelt wurde, kann bereits 24 Stunden später wieder zur Arbeit, Schule oder Betreuungseinrichtung gehen. „Die Krätze-Behandlung ist mit großem Aufwand verbunden, weil nicht nur der Infizierte, sondern dessen gesamtes Umfeld gleichzeitig behandelt werden müssen“, so Dr. Franckh. Das erfordere in den betroffenen Familien oder Einrichtungen einen extrem hohen logistischen Aufwand und sei für alle Beteiligten eine enorme Herausforderung.

In den neun deutschsprachigen Gemeinden tritt schätzungsweise ein Krätze-Fall pro Monat auf.

In den neun deutschsprachigen Gemeinden tritt schätzungsweise ein Krätze-Fall pro Monat auf. Weder über die Häufigkeit der Fälle noch über deren Anzahl gibt es verlässliche Zahlen, da es für Krätze keine Meldepflicht gibt. Nur soviel ist klar: in letzter Zeit hat es in Ostbelgien mehrere Fälle von Krätze gegeben. Das ist auch der Grund dafür, weshalb das Ministerium der Deutschsprachigen Gemeinschaft in Zusammenarbeit mit dem Patienten Rat & Treff Informationsabende zum Thema Krätze anbieten. Dabei wird der Allgemeinmediziner Dr. Franckh Erklärungen zu Vorbeugung, Krankheitszeichen, Übertragung, Behandlung und zu treffende Maßnahmen geben.

Die Infoabende finden an folgenden Tagen statt: Dienstag, 11. Dezember, um 19.30 Uhr im Foyer des St. Nikolaus Hospitals Eupen; am Dienstag, dem 18. Dezember, um 19.30 Uhr in der St.Vither Klinik St. Josef. Der Eintritt ist frei. Informationen und Anmeldung beim PRT unter Tel. 087-552288 oder unter www.patientenrat.be

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