Der Vetter vom Filmplakat zu Gast in Büllingen


Schon vier Wochen läuft der Familienfilm, auch im Kino Scala Büllingen, letzte Woche hat er – einen Monat nach Filmstart – die Marke von insgesamt 600.000 Zuschauern geknackt. Schon im ersten Film „Hilfe, ich hab‘ meine Lehrerin geschrumpft“ hatte Oskar Keymer aus Kerpen bei Köln die Hauptrolle des Felix gespielt. Zwischenzeitlich war er außerdem zusammen mit Emma Schweiger in beiden Teilen von Conni & Co. zu sehen. Könnte also schlechter laufen, vor allem wenn man bedenkt, dass er in diesem Jahr erst 15 wird… Hinzu kommen Werbespots für u. a. McDonald‘s und Mattel und Auftritte bei „Knallerfrauen“ und in der Bülent Ceylan Show.

Familie Keymer ist sehr regelmäßig in Honsfeld zu Besuch.

Ob es nun der bekannte Vetter Oskar war, der Vincent Keymer (17) dazu gebracht hat, sich im Kino Scala um einen Job zu bewerben oder einfach der Wunsch, ein bisschen nebenbei zu verdienen: Jedenfalls arbeitet der Schüler aus Honsfeld seit gut einem Jahr hinter der Theke des Kinos. Und als Rainer Stoffels wie gesagt die Plakate für den Familienfilm aufhing, erzählte Vincent seinem Chef, dass er den Hauptdarsteller sehr gut kennt und noch zusammen mit ihm und seiner Familie in Honsfeld Weihnachten gefeiert hat. Vincents Mutter Maria Keymer, die vor 25 Jahren aus Kerpen nach Ostbelgien gekommen ist, ist die Schwester von Oskars Papa Peter Keymer. „Wir sehen uns regelmäßig, immer zu großen Festen“, erzählt Vincent Keymer im Gespräch mit dem GrenzEcho. „Ich bin sehr gerne in Honsfeld“, bestätigt Oskar Keymer, und genießt in Ostbelgien vor allem, freie Zeit mit seinem etwas älteren Vetter und Kumpels zu haben. „Ich helfe auch gerne mal im Melkstand“, erzählt der junge Schauspieler, dessen Wochenenden und Ferien ansonsten oft sehr arbeitsreich sind, da er entweder dreht oder das nachholen muss, was er in der Schule verpasst hat.

Die gesamte Familie um Yves Jost und Maria Keymer war dann auch am Sonntag mit ins Kino Scala gekommen, zudem nutzten viele Familien die Gelegenheit, den Film in Anwesenheit des Hauptdarstellers zu schauen. Für Oskar Keymer selbst war es die achte Vorstellung: „Beim ersten Mal habe ich mich einfach berieseln lassen. Jetzt achtet man natürlich immer mehr auf Details“, so der 14-Jährige, der mit seiner Familie und Freunden – wie alle anderen Zuschauer auch ausgestattet mit Nachos und Cola – in der Loge Platz genommen hatte. Nach dem Film nahm er sich noch Zeit, die Fragen der Zuschauer gleich im Kinosaal zu beantworten. Und die kamen nicht nur von den Kindern, sondern auch von den Eltern. „Wie war Otto?“, wollte beispielsweise eine Zuschauerin wissen und erfuhr von Oskar Keymer, dass Otto Waalkes ein sehr angenehmer, netter Partner am Set war. Andere interessierten sich für praktischere Dinge: So erfuhren die Zuschauer, dass Oskar Keymer, der im kompletten Film sein Outfit nicht wechselt, fünf Mal das gleiche T-Shirt zur Verfügung stand – und die Schauspieler die Mittagspause stets mit Lätzchen verbringen mussten. Thema war natürlich auch, wie die Szenen gedreht wurden, in denen die Filmeltern als Miniatur-Eltern zu sehen sind, und in denen die Hauptfigur Felix beispielsweise seinen Filmpapa aus der Toilette fischt. „Wir haben alles zwei Mal gedreht, einmal am echten Set und einmal in der Green Box“, erklärte Oskar Keymer den aufmerksamen Zuschauern. „Wie, du kannst gar nicht in echt deine Eltern schrumpfen?“ rief ein enttäuschter Zuschauer dazwischen, worauf Oskar Keymer schlagfertig zurückgab: „Leider nicht. Auch wenn ich manchmal gerne würde.“

Hauptrolle in einem Kinofilm ist wie ein Sechser im Lotto.

Wie es für den 14-Jährigen auf der Leinwand weitergeht, weiß er derzeit noch nicht. „Ich hatte einige Castings und muss nun abwarten, was daraus wird“, erklärte er in Büllingen. Im Moment genießt er die Situation und freut sich, dass es so geklappt hat: „In der ersten Agentur, in der ich war, hat man mir immer gesagt, dass eine Hauptrolle in einem Kinofilm so etwas wie ein Sechser im Lotto ist“, blickt er zurück. „So was war natürlich immer mein Traum, aber ich habe eigentlich nicht damit gerechnet, dass es so kommt.“

Langfristig würde er sich wünschen, mal in einem Action-Film mitzuspielen, „so wie James Bond. Aber das wäre schon ein ganz großer Traum. Ein Tatort wäre nicht schlecht, um mal realistischer zu bleiben. Aber so was Starkes, Anspruchsvolles, das würde ich gerne spielen.“

Sprach‘s und nahm sich dann noch ausgiebig Zeit, im Foyer des Kinos alle Autogramm- und Fotowünsche zu erfüllen. „Eine tolle Sache für uns“, freuten sich auch Rainer und Andrea Stoffels. „So bekommen die Besucher einen ganz anderen Zugang zum Film.“eltern-geschrumpft.de