Evenepoel und Van Aert wollen am Freitag in Glasgow Weltmeister im Zeitfahren werden

<p>Zwei mit guten Chancen auf den Titelgewinn: Wout Van Aert und Remco Evenepoel.</p>
Zwei mit guten Chancen auf den Titelgewinn: Wout Van Aert und Remco Evenepoel. | Foto: belga

„Ich habe in den vergangenen Tagen nicht viel trainiert und mich gut ausgeruht“, sagt Van Aert, der Zweitplatzierte des Straßenrennens am vergangenen Sonntag. „Vom Straßenrennen habe ich mich in der Zwischenzeit auf jeden Fall vollständig erholt. Am Sonntag war ich wirklich müde. Es war ein sehr anstrengendes Rennen. Aber als ich am Montag aufgestanden bin, ging es mir schon einigermaßen gut. Das hat mich selbst überrascht. Ich sehe den Freitag nicht als Revanche, sondern als eine weitere Chance, zu gewinnen.“

Auch Evenepoel hat sich gut erholt. „Natürlich hatte ich schon eine Runde, um locker zu fahren“, sagt er mit einem Augenzwinkern. Evenepoel ließ die letzte Runde, als er keine Chance mehr auf den Sieg hatte, entspannt angehen und rollte als 25. über die Ziellinie. „Freitag ist ein anderes Rennen, auf einer ganz anderen Strecke. Wir werden eine neue Chance bekommen. Ich habe mich zwei Tage lang erholt. Am Mittwoch habe ich ein bisschen länger trainiert. Die Vorbereitung auf Freitag läuft gut”, meint er.

Was die Strecke angeht, sind sich beide einig: „Sehr schön“, stimmt das Duo überein. „Es ist ein langes Zeitfahren, und das ist ein Vorteil für mich“, meint Evenepoel. „Es kommt mir viel mehr entgegen als das WM-Zeitfahren im vergangenen Jahr. Man muss mit viel Leidenschaft an den Start gehen und sich die Kräfte trotzdem gut einteilen. Denn das Ende mit dem Kopfsteinpflasteranstieg ist sehr hart. Die Aerodynamik wird sehr wichtig sein, vor allem im ersten Teil. Da geht es hauptsächlich geradeaus, mit einigen schnellen Kurven. Dann kann ich meinen Kopf auf dem Rad ablegen, mich in eine Kugel drehen und voll durchziehen. Hoffentlich kann ich dort einen Unterschied machen.“

Van Aert mag es, bergauf zu fahren. „Es ist ein bisschen bizarr, aber ich mag es. Es hätten ein paar mehr Kurven und Tempowechsel sein können. Aber ich bin zufrieden. Regen würde hier auch keinen großen Unterschied machen. Es ist eine echte Zeitfahrstrecke, für Fahrer auf Zeitfahrrädern. Das ist etwas ganz anderes als zum Beispiel bei der Mixed-Staffel am Dienstag. Da konnte man kaum mit dem Zeitfahrrad fahren.“

Dass bei dieser WM das Zeitfahren nach dem Straßenrennen ausgetragen wird, ist eher ungewöhnlich. Evenepoel empfindet das sogar als Vorteil: „Nach einem Zeitfahren habe ich es im Straßenrennen oft schwerer. Dann habe ich manchmal zu Beginn des Rennens schwere Beine. Es stimmt, dass es eine etwas seltsame Einteilung ist, aber ich bin nicht dagegen.“ Van Aert hebt einen anderen Aspekt hervor: „Die Teamkollegen vom Straßenrennen sind am Montag abgereist und dann ist es hier im Hotel plötzlich sehr ruhig geworden“, schmunzelt er.

Auf die Frage, wer ihr größter Rivale ist, schauen sich die Belgier lachend an. „Für mich ist Wout der große Favorit“, sagt Evenepoel entschlossen, „jeder hat ihn am Sonntag bei der Arbeit gesehen. Er ist absolut in Topform.“ Van Aert entgegnet: „Ich sehe verschiedene Favoriten. Remco gehört auf jeden Fall dazu, natürlich auch Stefan Küng. Er ist am Sonntag im Straßenrennen starker Fünfter geworden. Und auch Filippo Ganna ist eine sichere Bank, um ganz vorne zu landen.“ (belga/leo)

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