Zusätzlich seien inzwischen 880.000 Menschen über die Grenzen in Nachbarländer geflohen, berichtete das UN-Nothilfebüro Ocha am Montag in Genf. Aufnahmeländer sind die Zentralafrikanische Republik, der Tschad, Ägypten, Äthiopien und der Südsudan.
Die Versorgungslage sei verheerend. 20,3 Millionen Menschen - 42 Prozent der Bevölkerung des Sudans - wüssten inzwischen nicht mehr immer, wie sie ihre nächste Mahlzeit besorgen können. 6,2 Millionen Menschen könnten schon bald kaum noch zu essen haben.
Mitte April war ein lange schwelender Machtkampf zwischen dem Präsidenten und dem Vizepräsidenten ausgebrochen. Die Armee kämpft gegen die RSF-Miliz des ehemaligen Vizepräsidenten Mohammed Hamdan Daglo. Präsident Abdel Fattah Al-Burhan und Daglo hatten 2019 noch gemeinsam die Langzeitherrschaft von Diktator Omar al-Baschir beendet. Den versprochenen Übergang zur Demokratie zögerten beide allerdings hinaus.
Am 3. August sei der erste humanitäre Konvoi seit Ausbruch der Kämpfe in Ostdarfur eingetroffen. In der Region Darfur ist die Lage besonders prekär. Der Machtkampf hat dort alte ethnische Spannungen befeuert. Ebenfalls am 3. August kam der erste Hilfskonvoi mit Nahrungsmitteln des Welternährungsprogramms (WFP) aus dem Nachbarland Tschad inWestdarfur an. Die schwersten Kämpfe werden nach Angaben von Ocha aus der Hauptstadt Khartum und der Hauptstadt von Westdarfur, Ag Geneina, gemeldet. (dpa/calü)

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