In Belgien ist laut Statistikamt Statbel zwischen Januar und April 2023 deutlich weniger gebaut worden, als in vergangenen Jahren. So sank die Anzahl an Neubaugenehmigungen für Einfamilienhäuser landesweit um 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Auch der Wohnungsbau ist rückläufig. Kombiniert liegen Haus- und Wohnungsbau derzeit auf dem niedrigsten Stand seit 2017 und damit etwa 20 Prozent unter dem Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre.
Die Gründe für den Rückgang sind vielseitig: Steigende Preise von Baumaterialien, der Fachkräftemangel im Handwerk, steigende Zinssätze sowie auch nicht verfügbares und zum Teil unerschwingliches Bauland. All diese Faktoren erschweren den erschwinglichen Um- oder Neubau von Immobilien. Dabei seien Renovierungen und energetische Sanierungen unerlässlich, um den Gebäudebestand nachhaltig und zukunftsfähig aufzustellen.
Gerade für ländliche Regionen wie Ostbelgien müssen Renovierung oder der Neubau von Immobilien bezahlbar und erschwinglich bleiben. Daher fordert CSP-Parteipräsident Jérôme Franssen in einem Schreiben den föderalen Finanzminister Vincent Van Peteghem dazu auf, den reduzierten Mehrwertsteuersatz von 6 % für Gebäudeabriss und -wiederaufbau auch nach 2023 aufrecht zu erhalten, damit sich breite Schichten der Bevölkerung weiterhin ein Eigenheim leisten können. Der Abriss einer alten Immobilie und der darauf errichtete Neubau könne dazu beitragen, dass Familien auch und vor allem in den Dorfkernen wohnen bleiben. Genau dort ist Bauland selten vorhanden oder oft unerschwinglich. Der verringerte Mehrwertsteuersatz könne wesentlich dazu beitragen, sich für den Abriss und einen Neubau zu entscheiden. Davon profitieren die Eigentümer, die 15 % auf die Material- und Lohnkosten sparen. Ein wettbewerbsfähiges steuerliches Umfeld trägt daher zur Attraktivität des ländlichen Raums bei, wodurch Verstädterung vorgebeugt wird und gleichzeitig lokale Strukturen und Traditionen für die Zukunft erhalten bleiben. Der 6 %-Steuersatz auf Immobilienabriss und -wiederaufbau trage langfristig in verschiedener Hinsicht maßgeblich dazu bei, die Zukunft und Prosperität unseres Landes und auch Ostbelgiens zu sichern.
„Für junge Familien ist der Traum vom Eigenheim mit zunehmend steigenden Kosten verbunden. Die Krisen der letzten Jahre, gestiegene Rohstoffpreise und Nachhaltigkeitsanforderungen sowie der Fachkräftemangel stellen unsere Mittelschicht vor bedeutende Herausforderungen. Für die CSP steht fest, dass Politik nie zu einer Über-belastung der Bevölkerung führen darf. Stattdessen muss sie die Menschen mitnehmen und ihre Sorgen und Probleme aufgreifen und ernst nehmen“, so CSP-Parteipräsident Jérôme Franssen „In Anbetracht dieser Entwicklungen habe ich Finanzminister Vincent Van Peteghem gebeten, von der geplanten Mehrwertsteuererhöhung für Immobilienabriss und -wiederaufbau auf 21 % abzusehen. Wir sollten sicherstellen, dass junge Familien weiterhin die Chance haben, ihren Traum vom Eigenheim zu verwirklichen und für sie Ostbelgien auch weiterhin ein großartiger Ort zum Leben ist und bleibt.“ (red/sc)

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