Mauel: Wie viele Wölfe können wir vertragen?

<p>Die Abgeordnete fordert eine politische Debatte über den Wolf.</p>
Die Abgeordnete fordert eine politische Debatte über den Wolf. | Foto: belga

„Wahrscheinlich“ sei der diesjährige Wolfsnachwuchs im Hohen Venn bereits da. Und dieses Jahr könne sogar ein zweiter Wurf im Raum Bütgenbach-Büllingen erwartet werden, schreibt die Abgeordnete in einer Mitteilung. „Hier hatte sich ein Wolf der italienisch-französischen Linie niedergelassen, eine junge Wölfin aus dem Hohen Venn ist mittlerweile zu dem männlichen Tier dazugestoßen. Damit dürfte auch in naher Zukunft die Zahl der Wolfsrisse wieder steigen. Außerdem stellt sich immer mehr die Frage, wie viele Wölfe Ostbelgien und die Wallonie vertragen können“, so Christine Mauel.

Letztes Jahr hatte das Wolfspaar im Hohen Venn den Angaben zufolge fünf Nachkommen. In der Regel gehe man davon aus, dass eine Wolfspopulation um mindestens 30 Prozent jährlich wachse. Seit Jahren nehme die Zahl der Wölfe in verschiedenen Regionen Europas ständig zu. Das EU-Parlament habe daher im Herbst 2022 ein „aktives Wolfsmanagement“ verlangt, das auch einen „gezielten Abschuss“ vorsehe. In der Wallonie seien seit 2017 Wolfsrisse gezählt worden. Ein Blick auf die Liste der Risse zeige, dass diese in den letzten beiden Jahren stark zugenommen hätten. „In diesem Jahr ist eine erneute Steigerung zu erwarten. Die Klagen und die Ängste vor dem Wolf in der ostbelgischen Bevölkerung wachsen. Letztes Jahr wurde sogar ein Wolf am hellen Tag in einem Dorf in der Eifel gesichtet“, so Christine Mauel. Sie werde „immer häufiger“ von Landwirten und Hobbytierzüchtern angesprochen, wie die Wallonische Region mit der immer größeren Präsenz des Wolfes umzugehen gedenke. Auf eine schriftliche Frage bezüglich des Wolfes, die sie der zuständigen Regionalministerin Céline Tellier (Ecolo) stellte, habe diese nun geantwortet, dass die Wallonie keine Änderung ihrer bisherigen Politik beabsichtige. „So werden in anerkannten Wolfsiedlungsgebieten Entschädigungen für getötete Tiere gezahlt und Schutzzäune bezuschusst“, so Mauel. In weiteren Fragen an die Ministerin will sie außerdem in Erfahrung bringen, wie viel Steuergeld für die Begleitung der Ansiedlung des Wolfes ausgegeben wird und wie viel Geld für Schutzmaßnahmen und Entschädigungen an Landwirte und Hobbytierhalter geflossen ist. In verschiedenen Regionen Europas, unter anderem im Alpenbogen – also in der Schweiz, Deutschland und Österreich – werde immer lauter darüber nachgedacht, Wölfe „zum Abschuss freizugeben, wenn sie wiederholt Weidetiere gerissen haben oder sich auffällig benehmen“. (red/sc)

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