Appell zur Toleranz

Sehr geehrter Herr Hezel,

es entspricht nicht Ihrem Format als Freigeist, am weihnachtlichen Hochfest zu versuchen, die Christen zu beleidigen. Sie schaffen es nicht, uns ein Leid zuzufügen, Sie erregen bestenfalls Mitleid. Die stille, heilige Nacht bleibt für die Gläubigen, zusammen mit dem Kreuz- und Ostergeheimnis, das Großereignis der Weltgeschichte.

Seien Sie kein Unfriedensstifter, wenn den Menschen guten Willens Frieden verkündet wird, den unsere triste Welt, so sehr braucht: ob im Regenwald am Amazonas oder in der Metro von Kiew.

Diese Toleranz sollte gewiss auch den heiligen Tagen der Sonnenanbeter, der moslemischen Pilger beim „Hadsh“ in Mekka, den buddhistischen Mönchen am Himalaya oder den im Ganges badenden Hindus gelten.

Mich stört selbst nicht, wenn Sie persönlich mit einem gekühlten Gläschen Champus die Geburtstage von Sartre oder Feuerbach feiern möchten.

Vor allem aber: Lassen Sie unseren Kindern den Christbaum! Verletzen Sie mit ihrem Sonderwissen nicht die leuchtenden Augen der Kleinen! Erinnern Sie sich doch an Ihre Kindheit am Weihnachtsabend mit Ihren guten Eltern. Brannte nicht Ihr Herz?

Zu Ihren nicht besonders demütigen Aufklärungen die in diese Zeit passenden Worte des großen jüdischen Mystikers Baal Shem Tow: „Wehe der Himmel ist voller Sterne, und der Mensch wehrt sich mit seiner kleinen Hand“.

Ihnen im neuen Jahr Glück und Segen.

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