Ostende: Hausarzt soll Drogenkonsum seiner Patienten (unter anderem aus Eupen) unterstützt haben

<p>Ostende: Hausarzt soll Drogenkonsum seiner Patienten (unter anderem aus Eupen) unterstützt haben</p>

Nach Darstellung der Staatsanwaltschaft hat der Hausarzt die Drogenabhängigkeit seiner Patienten durch sein Verschreibungsverhalten unterstützt. Demnach soll er in 67 Fällen Verschreibungen ausgestellt haben, die ungerechtfertigt gewesen sein sollen. Er ist außerdem wegen 58-facher Urkundenfälschung angeklagt. Um eine Aufenthaltsgenehmigung zu erhalten, soll er gefälschte Atteste für Migranten ohne Papiere ausgestellt haben. Alle Straftaten wurden zwischen Januar 2007 und Dezember 2012 begangen, was bedeutet, dass der Fall in wenigen Monaten verjähren könnte.

Die Verteidigung argumentierte, dass der Angeklagte nicht nur auf Anfrage von Anwälten Bescheinigungen ausgestellt, sondern alle Patienten selbst untersucht habe. „Es scheint verdächtig, dass Leute aus Eupen oder Charleroi speziell zu ihm kommen, aber sie hatten immer Familie in Ostende oder eine Verbindung zur Gemeinde. Zudem sei absolut nicht bewiesen, dass die Verschreibungen unverantwortlich gewesen seien. Einige Patienten gaben an, dass der Hausarzt ihnen das Leben gerettet, indem er sie bei der Bewältigung ihres Drogenproblems unterstützt habe.

Der Angeklagte ist kein unbeschriebenes Blatt. In den Jahren 2008 und 2009 verschrieb er in großem Umfang das Schlafmittel Rohypnol. Im Juni 2012 wurde er dafür zu einer neunmonatigen Haftstrafe auf Bewährung verurteilt. Anschließend durfte er seinen Beruf bis 2017 nicht mehr ausüben. Seitdem praktiziert er wieder, obwohl es ihm nicht mehr gestattet ist, Drogenabhängige zu behandeln. Die Verteidigung beantragte einen einfachen Schuldspruch, jedoch ohne Berufsverbot.

Das Gericht wird sein Urteil am 25. Oktober verkünden. (belga/sue)

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