André Cools

1988 habe ich André Cools persönlich kennengelernt. Ich hatte damals als Distriktpräsident die Aufgabe, einen neuen Pfarrer in die evangelische Kirchengemeinde von Flémalle einzusetzen. Als Bürgermeister und Minister war André Cools natürlich zu dieser Amtshandlung eingeladen, und ich saß neben ihm während der Predigt des neuen Kandidaten Pfaffer Léonard Rwanyindo, der aus Ruanda stammte.

Während der Predigt ging es über „la lumière céleste“, und plötzlich sprangen dabei die Sicherungen des Lichts in der Kirche heraus. Von dem Pfarrer schwarzer Hautfarbe sah man nur noch das Weiße seiner Augen und das weiße Beffchen. Er ließ sich jedoch nicht irritieren und predigte munter weiter. Da rannte die Küsterin los und ging schnell die Sicherungen wieder reindrücken. André Cools drehte sich zu mir herum und meinte: „Da ist bei euch Protestanten auch nicht immer alles okay mit dem himmlischen Licht, wie ich sehe...“

Bei dem anschließenden Empfang haben wir uns freundschaftlich und humorvoll unterhalten, und er hat mir gegenüber einen freundlichen und recht netten Eindruck hinterlassen. Als er dann ermordet wurde, war ich – wie die meisten Leute in Flémalle, in Lüttich und ich glaube in ganz Belgien – doch recht betroffen.

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