WFG Ostbelgien blickt auf das „Corona-Jahr“ 2020 zurück

<p>Der Geschäftsbericht für das vergangene Jahr liegt vor.</p>
Der Geschäftsbericht für das vergangene Jahr liegt vor. | Foto: WFG

„Sozusagen alle Wirtschaftssektoren haben im Jahr 2020 erdbebenartige Erschütterungen erlebt und dies hatte logischerweise auch Konsequenzen und Auswirkungen auf die WFG als Ansprechpartner in Ostbelgien für diverse Wirtschaftsthemen“, heißt es dazu in einer Mitteilung.

Die WFG habe während der Pandemie die Selbstständigen, Unternehmer und Geschäftsleute beraten, diese informiert, recherchiert und ein „offenes Ohr“ für die Kunden und deren Probleme gehabt. Die Maßnahmen, die im Rahmen der Corona-Pandemie von der WFG ergriffen und realisiert wurden, reichen von zahlreichen Informationsblättern in deutscher Sprache zu finanziellen Beihilfen (Prämien der Wallonischen Region und der DG) und zum Online-Verkauf, über verschiedene Facebook-Livestreams zu Beginn der Pandemie bis hin zu vielfältiger Presse- und Informationsarbeit über die eigene Website und Facebook.

Die WFG war zudem Ansprechpartner für die Antragsteller und Gemeinden bezüglich der Tourismusprämien. Die Dienstleistungen im Bereich der Unternehmensgründung wurden im vergangenen Jahr, trotz der Coronakrise, erfolgreich fortgeführt, hieß es: 303 Teilnehmer in der Gründungsphase, wovon 74 ihre Aktivität 2020 gestartet haben, wurden durch die WFG begleitet. Zusätzlich haben im Laufe des vergangenen Jahres 47 Beratene der Vorjahre den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt. Diese Zahlen sind im Vergleich zum Jahr 2019 sogar leicht gestiegen. Sowohl Gründer als auch Selbstständige haben bei der WFG die Möglichkeit, Unterstützung bei der Beantragung von Finanzierungen, Beihilfen oder Genehmigungen zu erhalten. Das Team der WFG in Eupen und St.Vith steht den Selbstständigen auch bei der Unternehmensentwicklung und Projektförderung mit Rat und Tat zur Seite.

Die Sensibilisierung und Information rund um die Unternehmensgründung und relevante wirtschaftliche Themen ist ein Steckenpferd der WFG und wichtig für die ostbelgische Wirtschaft. Mitte Dezember 2020 ging so beispielsweise der neue WFG-Podcast „OST-CAST I Der Business-Talk Ostbelgien“ an den Start. Hier werden einmal monatlich Unternehmer und Gründer aus Ostbelgien vorgestellt, die einen Blick hinter die Kulissen gewähren: von traditionsreichen Familienunternehmen bis hin zu jungen Menschen, die erst vor kurzem den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt haben (https://anchor.fm/ost-cast).

Auch im zweiten Projektjahr kann „Wirtschaft macht Schule“ eine positive Bilanz ziehen. Für das Schuljahr 2019-2020 gab es insgesamt 51 Projektanfragen von zehn verschiedenen Schulen im Norden und Süden Ostbelgiens. Etwa 500 Schüler kamen dadurch in den Genuss verschiedener Projekte und haben so aktiv an Vorträgen zur Selbstständigkeit oder zum Wirtschaftsstandort Ostbelgien, Unternehmensbesuchen, Rollenspielen zum Thema Selbstständigkeit usw. teilgenommen. Da es externen Personen aufgrund der Corona-Pandemie nicht erlaubt war, ihre Projekte vor Ort in den Schulen durchzuführen, wurden die meisten Projekte digital umgesetzt.

Mit „QUBUS Ostbelgien“, einem lokalen Unternehmensinkubator mit Coworking-Space, der Projekt- & Ideenträgern, Jungunternehmern und Start-ups sowie bestehenden Unternehmen eine maßgeschneiderte, individuelle Unterstützung für die Weiterentwicklung ihrer Ideen und Vorhaben bietet, hat die WFG zu Beginn des Jahres 2020 ein neues Angebot geschaffen. QUBUS soll als zentrale Anlaufstelle für die Weiterentwicklung von unternehmerischen und innovativen Ideen im ostbelgischen Wirtschaftsraum verstanden werden. 2020 wurden insgesamt 20 Projekte mit 26 Teilnehmern begleitet. Vor allem der Aufbau verschiedener Netzwerke (Partner, Mentoren, Experten) und die Durchführung von Seminaren standen im Mittelpunkt.

Im Jahr 2020 wurde die Sensibilisierung, Information und Beratung zur Betriebsnachfolge weiterhin angeboten. Die WFG traf insgesamt 24 Betriebsleiter und wies im persönlichen Gespräch unter anderem auf bestehende Möglichkeiten in Bezug auf den Übergabeablauf, die Beihilfen, die Übernehmersuche sowie die Zusammenarbeit mit Experten hin. Außerdem fanden 38 Treffen mit potentiellen Übernehmern statt. Insgesamt wurden zehn Betriebsnachfolgen im Jahr 2020 durch Übernahmekandidaten realisiert.

Die meistgefragte finanzielle Beihilfe war auch im letzten Jahr wieder die Investitionsprämie der Wallonischen Region. Die WFG konnte insgesamt 67 Investitionsprämiendossiers und 13 Anfragen auf Umweltgenehmigung begleiten und bearbeiten.

Das europäische Leader-Programm unterstützt lokale Akteure bei der Umsetzung innovativer und gemeindeübergreifender Projekte. Es fördert die Entwicklung des ländlichen Raums und hat zum Ziel, das wirtschaftliche Umfeld der Region nachhaltig zu stärken. Um gemeinsam aktiv die Zukunft ihrer Region mitzugestalten, schließen sich die lokalen Akteure in einer sogenannten Lokalen Aktionsgruppe (LAG) zusammen.

In Ostbelgien gibt es zwei LAGs für die laufende Förderperiode 2014-2020: in den fünf Eifelgemeinden die LAG „100 Dörfer – 1 Zukunft“ und im Norden die LAG „Zwischen Weser und Göhl“ mit den Gemeinden Eupen, Lontzen und Raeren. Unter dem Motto „Quellen der Vielfalt – Wirtschaftsstandort und Lebensraum im Herzen der Euregio Maas-Rhein“ arbeitet die LAG im Norden zusammen mit ihren Partnern an Projekten in den Bereichen Standort und Einzelhandel, Tourismus und Mobilität, Soziales, Wohnen sowie Energie und Naturschutz. Unter dem Motto „Gemeinsam für eine lebendige Region“ unterstützt die LAG „100 Dörfer – 1 Zukunft“ Aktivitäten in den fünf Eifelgemeinden, die dazu beitragen, die Zukunft der Dörfer zu sichern und die regionalen Ressourcen nachhaltig zu nutzen.

Im Bereich der Dorfentwicklung begleitet die WFG die Gemeinden Büllingen und Raeren seit 2007 bei der Umsetzung diverser Projekte und Maßnahmen ihrer Kommunalen Programme zur ländlichen Entwicklung. Die Gemeinde Burg-Reuland wird seit 2016 bei der Projektumsetzung sowie der Erstellung eines neuen KPLE begleitet. Ziel eines KPLE ist es, die Lebensbedingungen der Bürger einer ländlichen Gemeinde in wirtschaftlicher, sozialer und kultureller Hinsicht zu verbessern. So wurden 2020 verschiedene kleinere Maßnahmen oder auch Infrastrukturprojekte für die Gemeinden angestoßen, genehmigt oder fertiggestellt. (red/sc)


Der ausführliche Bericht steht auf der Website der WFG als Download bereit: https://bit.ly/3hkPAZo

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