Ich besuche die Bergkapelle in Eupen. Positiv überrascht bin ich von dem, was mir dort geboten wird. Das leuchtende Blau des großformatigen Misereor Hungertuches (2019-2020) strahlt mir entgegen. Das Tuch hängt an einem hauchdünnen Seil im Chorraum der Kapelle. Der Stoff schwebt im Raum. Das einfallende Sonnenlicht bringt Glanz in die Stunde.
Der Künstler Uwe Appold hat das Motiv geschaffen. Symbolträchtig ist in der Mitte ein offenes Haus abgebildet. In seiner Meditation zu diesem Tuch schreibt der Schweizer Autor und Theologe Pierre Stutz: „Heute dankbar tief ein- und ausatmen, zwischen Erde und Himmel das Geschenk des Lebens feiern in Verbindung mit allen die Frieden und Gerechtigkeit fördern.“ (*)
Neben der Begeisterung für das Tuch, kann ich in der Bergkapelle sorgfältig ausgewählte meditative Musik hören. Die Musik wird begleitet vom Gesang der Vögel, die so scheint mir, in diesem Jahr besonders gut zu hören sind. Dieser Ort lädt zum Verweilen ein. Ich möchte länger bleiben.
Wie kann ich in dieser Zeit positive Energie finden? Das Team der BRF2-Sendung „Glaube und Kirche“ gibt uns eine Antwort. Die Sendung „Zeit zum Beten und Meditieren“ ist eine Einladung an uns alle. Wir können uns die Zeit nehmen und diese Sendung hören. Andere Möglichkeiten zum Meditieren erfahre ich bei einem Spaziergang im Wald am Rande der Stadt, beim Hören auf die Stimme des Rotkehlchens, beim Blick auf die wachsenden Blätter der Weißdornhecke und beim Lesen eines Buches. Diese Kräfte werden uns geschenkt. Sie stärken uns.
Den Brief möchte ich abschließen mit dem Satz eines guten Freundes. Er schrieb mir in seiner letzten Mail: „Bleib gesund lieber Freund, vielleicht macht diese Krise unser Leben reicher als wir glauben.“
(*): Zitat von Pierre Stutz aus der Informationsbroschüre: „Schöpfungshaus, Meditationen zum Hungertuch 2020“, Fastenopfer, Luzern/Brot für alle, Bern
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