Wie geht es weiter, wenn eines (hoffentlich nicht allzu fernen) Tages Entwarnung gegeben wird und das öffentliche Leben wieder Fahrt aufnimmt ? Wetten, dass sich viele Politiker auf die Schulter klopfen und die Party weitergeht? Ja, kann man machen. In einer ersten Zeit – wieso auch nicht...
Aber dann sollte Bilanz gezogen werden. Die Grenzen des Wachstums sind längst überschritten, die Globalisierung schlägt mit voller Wucht zurück.
Das Coronavirus ist zwar eine „sanitäre“ Krise (blödes Wort – wird deshalb Toilettenpapier gehamstert?), vor allem aber ein Sinnbild für Überkonsum, falsche Lebensweise und Entfremdung von der Natur, einen überhitzten Planeten. Nur wenn sich mehr Menschen für ein „weniger ist mehr“, für Qualität statt Quantität entscheiden, kann ein dringend benötigter Wertewandel herbeigeführt werden. Das Geld, welches jetzt zur Rettung gedruckt (oder geliehen wird) ist nicht mehr wert als oben erwähntes Klopapier, falls keine Kehrtwendung stattfindet.
Wir brauchen meiner Meinung nach mehr denn je eine verstärkte nationale Produktion von Gütern, regionale Marktwirtschaft, eine sozial- und umweltverträgliche Landwirtschaft, ein Umdenken im Reise- und Konsumverhalten, gerechte Bezahlung „echter“ Arbeit und Dienstleistungen, ein gut finanziertes Gesundheitswesen, gerechte Steuer auf Großkapital und Aktiengeschäfte. Und noch so einiges mehr, was aber den Rahmen dieses Leserbriefes sprengen würde. Ein Zuviel an Digitalisierung entfremdet uns von der Natur und macht uns krank. Was wir brauchen ist menschliche, emotionale Intelligenz, keine künstliche. Ich persönlich brauche kein selbstfahrendes Auto und ich möchte auch nicht zum Mars! Wir haben nur diesen einen Planeten namens Erde. Der nimmt sich jetzt mal eine kurze (oder längere) Auszeit.
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