Ein Vermerk der wallonischen Regierung an die Gouverneure mit dem Titel „Coronavirus – Notunterkünfte für Menschen in prekären Lagen“ sieht die Organisation alternativer Unterkünfte für gefährdete Mitglieder der Öffentlichkeit vor. Die Provinz Lüttich hat laut eigener Pressemitteilung die Aufgabe übernommen, diese Maßnahmen zu koordinieren, die je nach den Bedürfnissen auch in den Gemeinden auf dem Gebiet der Provinz ergriffen werden können.
Nach einem Treffen zwischen den Bürgermeistern der betroffenen Gemeinden und den Präsidenten der ÖSH-Zentren wurde für den Bezirk Lüttich beschlossen, ein alternatives System namens „Collectif Astrid“, mit Standort im Astrid-Park in Lüttich, in Betrieb zu nehmen.
Sie umfasst eine tägliche medizinische Betreuung von 9 bis 12 Uhr und von 13 bis 16 Uhr, die Verteilung von Lebensmitteln, den Zugang zu Duschen und Toiletten. Jeder Obdachlose, für den es keine Alternativlösung gibt, erhält auch ein individuelles Zelt und eine Matratze, um die Regeln der sozialen Distanzierung einzuhalten.
Konkret und als erster Schritt wurde am Donnerstag am Ende einer Arbeitssitzung, an der die Provinz Lüttich, das ‚Relais social‘ (Sozialvermittlung), die Stadt Lüttich, die ÖSH-Zentren von Lüttich und Seraing sowie das Nachtasyl in Seraing teilnahmen, eine Liste der benötigten materiellen Ressourcen erstellt. Darauf standen unter anderem 1.000 Atemschutzmasken, 1.000 Paar Handschuhe, 500 Sets mit Hygieneprodukten, 100 Einzelzelte, 100 Matratzen, 100 Schlafsäcke usw. Auch psycho-medizinisch-soziales Personal wurde angefragt.
„Die Maßnahmen, die heute im Gemeindekollegium vom „Relais Social“, und seinen Partnern vorgeschlagen wurden, versuchen, auf die doppelte Herausforderung des Zugangs zu den Grundbedürfnissen und zu der grundlegenden Gesundheitsvorsorge zu reagieren“, hieß es in einem Kommuniqué der Lütticher Stadtverwaltung.
Das Unterstützungssystem „Collectif Astrid“ befindet sich derzeit in der Entwicklung und wird so bald wie möglich zur Verfügung gestellt, heißt es weiter in der Pressemitteilung der Provinz Lüttich. Die Verteilung von Lebensmitteln hat bereits am Donnerstagabend begonnen, ebenso wie die Bereitstellung von Zelten. Die Stadt Lüttich steht in Kontakt mit dem Roten Kreuz, um die Verteilung zu organisieren.
Die Vorkehrungen werden regelmäßig von allen Partnern bewertet und je nach Bedarf und den vom Nationalen Sicherheitsrat geforderten zusätzlichen Maßnahmen angepasst. In den kommenden Tagen sollen außerdem noch weitere Verteilungspunkte eingerichtet werden, je nach den verfügbaren personellen und logistischen Ressourcen.
Die Stadt nutzt die Gelegenheit auch, um einen Aufruf zur Solidarität in Richtung der Bevölkerung zu starten. Spenden können auf folgende Kontonummern überwiesen werden: „Relais Social du Pays de Liège“ - BE97 0910 1730 6849; „Solidarité Sinistrés Liège“ - BE08 0910 1999 9813.
Dies ermöglicht es dem „Collectif Astrid“, die notwendigen Anschaffungen zu machen. (belga/alno)

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