Unterricht wird ausgesetzt, Eltern erhalten Brief – „Panik nicht nötig“ – Neuer Fall in Bütgenbach

<p>Unter anderem äußerte sich DG-Ministerpräsident Oliver Paasch (3. v. r.) in St.Vith.</p>
Unter anderem äußerte sich DG-Ministerpräsident Oliver Paasch (3. v. r.) in St.Vith. | Foto: David Hagemann

So erklärte Bildungsminister Harald Mollers (ProDG), dass ab Montag der Unterricht in der DG bis zum 3. April ausgesetzt wird. Die Schulen sind zwar geöffnet, doch Mollers appellierte an die Eltern und deren Arbeitgeber, zu versuchen, so wenig Kinder wie möglich in die hiesigen Bildungsstätten zu schicken. Die Schülerbeförderung bleibt aufrechterhalten, und das Essen in den Lehranstalten wird bis auf Weiteres ausgegeben.

Im frühen Nachmittag geht ein Rundschreiben an die Schulen heraus, in der alle wichtigen Fragen geklärt werden sollen. Dabei erhalten die Verantwortlichen auch einen vorgefertigten Brief, der an die Eltern ausgehändigt werden soll und in dem die zurzeit wichtigsten Informationen stehen. Mollers versicherte, weitere Details in den nächsten Tagen zu klären.

DG-Gesundheitsminister Antonios Antoniadis (SP) forderte die Menschen dazu auf, nicht in Panik zu verfallen und die „gesunde Mitte“ zu finden. Es gebe überhaupt keinen Grund, die Supermärkte zu stürmen.

Oliver Paasch erklärte, dass das „Thema“ sehr ernst sei. Es gehe nun darum, die Menschen zu schützen, Leben zu retten, das Gesundheitssystem und die Krankenhauskapazitäten zu erhalten sowie in der Gemeinschaft Solidarität zu zeigen. Beim Treffen des nationalen Sicherheitsrates, so Paasch, sei von Seiten der Wissenschaft erklärt worden, dass in Belgien in neun oder zehn Tagen italienische Verhältnisse herrschen würden, wenn man diese nun getroffenen Maßnahmen nicht sofort einhalte.

St.Viths Bürgermeister Herbert Grommes sprach den Wunsch aus, dass die Bevölkerung die drastischen Maßnahmen akzeptiere, um die Gesundheitssysteme zu schonen. Panik sei nicht nötig in diesen Zeiten.

In den jeweiligen Gemeinden bitten die Bürgermeister darum, die Schalterdienste auf Anfrage in Anspruch zu nehmen bzw. sich vorher telefonisch bei der Verwaltung zu melden. Sie alle baten darum, Ruhe zu bewahren.

Grenzgänger müssen sich indes auf Probleme an der Grenze einstellen, denn die deutsche Polizei will an den belgischen Grenzen kommende Autofahrer kontrollieren. Das erklärte der Kelmiser Bürgermeister Luc Frank. Ab Montag, so Frank, sogar jeden einzelnen Pkw.

Raerens Bürgermeister Erwin Güsting erklärte derweil, dass ein in den sozialen Medien geteiltes Foto von einem Militärkonvoi in keiner Weise mit der aktuellen Coronavirus-Krise in Verbindung stehe.

Das Leben soll trotz der Umstände weiter gehen, so Patrick Thevissen, Bürgermeister von Lontzen: „Es geht aber darum, dass Menschenansammlungen vermieden werden.“ Büllingens Bürgermeister Friedhelm Wirtz betonte derweil, dass die Maßnahmen von der Polizei auch kontrolliert werden. Ansonsten würden sie nichts bringen.

Am Rande der Pressekonferenz wurde auch bekannt, dass es einen neuen Fall in der DG gibt. Eine Person aus Bütgenbach, die in Kontakt mit dem bereits bestätigten Coronavirus-Infizierten stand, wurde positiv getestet, berichtete Gesundheitsminister Antoniadis. Man habe bereits mit der Tracage begonnen, um herauszufinden, mit wem der Infizierte in Kontakt gekommen ist. (mv)

Mehr zur Pressekonferenz später.

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