Erstmals sind in Deutschland zwei Menschen nach Erkrankungen mit dem neuen Coronavirus gestorben. Beide Todesfälle wurden am Montag in Nordrhein-Westfalen bekanntgegeben. Das erste Todesopfer stammt aus dem Kreis Heinsberg. Einzelheiten wollte der Landrat erst am Montagabend mitteilen.
Das zweite Todesopfer ist eine 89-jährige Frau aus Essen, die seit Anfang März in der dortigen Universitätsklinik behandelt wurde. Sie sei am Montagmittag an einer Lungenentzündung in Folge der Coronavirus-Infektion gestorben, wie die Stadt Essen am Montag mitteilte. Am Sonntag war bereits ein 60-jähriger Feuerwehrmann aus Hamburg in Ägypten am Coronavirus gestorben.
Am Montagmorgen hatte das Robert-Koch-Institut 1.112 nachgewiesene Infektionen in Deutschland aufgelistet. Am stärksten betroffen ist demnach weiterhin Nordrhein-Westfalen mit 515 Infizierten, dort vor allem der Landkreis Heinsberg. Weltweit seien es über 110.000 infizierte Menschen.
In Nordrhein-Westfalen wurde der erste bestätigte Fall am 25. Februar bekannt. Nachgewiesen wurde es zuerst bei einem 47-Jährigen Mann aus Gangelt im Kreis Heinsberg und seiner 46-jährigen Frau. Beide hatten zuvor eine Karnevalssitzung in ihrem Heimatort besucht. Die Ehefrau ist außerdem Erzieherin in einem örtlichen Kindergarten.
Um das Virus einzudämmen, standen Hunderte Karnevalisten und ihre Familien vorübergehend und vorsorglich unter häuslicher Quarantäne, außerdem Kinder und Personal des betroffenen Kindergartens - insgesamt waren es rund 1000 Menschen.
Im Kampf gegen das Virus sieht der Chef des Weltärztebundes Deutschland aktuell gut aufgestellt. „Unser Gesundheitswesen, unsere Prävention, unsere Erkennung dieser Maßnahmen funktioniert. Das deutsche Gesundheitswesen ist hervorragend ausgerichtet“, sagte Frank Ulrich Montgomery am Montag im ZDF-„Morgenmagazin“. „Wir kriegen das hin!“
Nach der Empfehlung von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) vom Sonntag sollten alle Veranstaltungen in Deutschland mit mehr als 1000 Teilnehmern abgesagt werden. Damit werden auch Spiele ohne Zuschauer etwa in der Fußball-Bundesliga wahrscheinlicher. Derartige Entscheidungen müssten jedoch die lokalen Gesundheitsbehörden treffen.
Es gibt bislang weder eine schützende Impfung noch eine spezielle Therapie zur Behandlung der durch das neue Coronavirus verursachten Erkrankung Covid-19. Die meisten Infizierten haben nur eine leichte Erkältungssymptomatik mit Frösteln und Halsschmerzen, die binnen weniger Tage verschwindet, oder gar keine Symptome. Etwa 15 von 100 Infizierten erkranken schwer, betroffen sind vor allem ältere Menschen oder solche mit Vorerkrankungen. (dpa)

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