Darüber hinaus ist die Armutsgefährdungsquote in der Brüsseler Region nach wie vor sehr hoch. Sie hat sich in den letzten zehn Jahren nicht verändert: Jede dritte Person hat ein Einkommen unterhalb der Armutsgefährdungsschwelle (1.187 Euro für eine alleinstehende Person, 2.572 Euro für einen Haushalt mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern).
Zwischen 2008 und 2018 stieg die Zahl der Personen, die ein Eingliederungseinkommen (RIS) erhalten, in der Region Brüssel-Hauptstadt deutlich um 68 Prozent auf 38.681 Personen an. „Rechnet man die Personen hinzu, die vom Äquivalent des RIS leben (hauptsächlich Asylbewerber und Personen mit einem Aufenthaltsrecht, die nicht im Bevölkerungsregister eingetragen sind, A. d. R.), leben nicht weniger als 43.433 Personen von diesem ‚Bedürftigkeitseinkommen‘,was weit unter der Armutsgefährdungsschwelle liegt“, heißt es weiter. Das entspricht 5,5 Prozent der Brüsseler Bevölkerung im Alter von 18-64 Jahren im Jahr 2018 (gegenüber 4,2 Prozent im Jahr 2008).
Bei den jungen Erwachsenen (18-24) ist der Anstieg nach Angaben der Beobachtungsstelle sogar noch besorgniserregender. Innerhalb von zehn Jahren ist die Zahl der jugendlichen Beihilfeempfänger auf 13.553 Personen gestiegen, was 13,2 Prozent aller jungen Erwachsenen in Brüssel betrifft (gegenüber 7,8 Prozent im Jahr 2008).
Bei der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter ist zwar Monat für Monat ein Rückgang der Zahl der Arbeitssuchenden zu verzeichnen, aber auch ein Anstieg der Anzahl der Personen, die keine Leistungen vom Landesamt für Beschäftigung (Onem) erhalten, ist zu beobachten – von 25 Prozent im Jahr 2009 auf 32 Prozent im Jahr 2019. Hier sind junge Menschen unter 25 Jahren noch stärker betroffen: Die Zahl stieg von 50 Prozent im Jahr 2009 auf 74 Prozent im Jahr 2019. (belga/alno)

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