Zuvor habe ihr tunesischer Ehemann ihr offenbart, dass er doch nicht mit ihr nach Tunesien auswandern wolle. Da sei ihr Lebenstraum geplatzt. Außerdem sei ihr Mann immer wieder gewalttätig geworden.
„Ich wollte einfach mit den Kindern abhauen. In unseren salafistischen Kreisen hat man nicht so viel Schlechtes von Syrien gehört“, sagte die Angeklagte. Ihre beste Freundin und weitere Bekannte seien dorthin gegangen und hätten dort zeitweise „ganz normal gelebt“. „Ich wollte in erste Linie aus Deutschland raus. Das war der größte Fehler, den ich machen konnte“, sagte die 32-Jährige.
Sie sei damals strenggläubige Salafistin gewesen und habe immer wieder Burka getragen. Dafür sei sie in Deutschland beleidigt und bespuckt worden.
Laut Anklage reiste die Mutter mit drei kleinen Kindern ins vom Islamischen Staat (IS) beherrschte Gebiet nach Syrien. Die Kinder waren damals drei, sechs und sieben Jahre alt. Dort soll sie ihren sechsjährigen Sohn in ein Camp für Kindersoldaten gegeben haben. Als er die IS-Ideologie hinterfragt habe, habe sie ihn an die Religionspolizei verraten und züchtigen lassen, so die Bundesanwaltschaft. Der kleine Hamza starb 2018 in Syrien bei einem Raketenangriff.
Ein halbes Dutzend Straftaten haben die Ankläger aufgelistet. Der Frau drohen nun bis zu 15 Jahre Haft. Das Oberlandesgericht hat bis Ende April für den Prozess zunächst elf Verhandlungstage angesetzt. (dpa)

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