Linke gewinnt Thüringen-Wahl: Schwierige Regierungsbildung

<p>Bodo Ramelow sieht „sich ganz klar bestätigt“.</p>
Bodo Ramelow sieht „sich ganz klar bestätigt“. | Foto: dpa

Die bisherige Koalition aus Linken, Sozialdemokraten und Grünen verlor ersten Hochrechnungen zufolge aber ihre Mehrheit. Die Christdemokraten, die zuvor seit 1990 stets die meisten Stimmen bekommen hatten, stürzten am Sonntag auf ihr historisch schlechtestes Ergebnis. Sie lagen knapp hinter der rechtspopulistischen Alternative für Deutschland auf Platz drei. Die AfD hatte ihren Stimmenanteil mehr als verdoppelt.

Ramelow reklamierte den Regierungsauftrag erneut für sich. Die Suche nach einer neuen Koalition dürfte aber äußerst schwierig werden. Nach den Hochrechnungen von ARD und ZDF kam die Linke auf 29,8 bis 29,9 Prozent (2014: 28,2). Die CDU von Spitzenkandidat Mike Mohring sackte auf 22,1 bis 22,7 Prozent (2014: 33,5 Prozent). Die AfD, die in Thüringen vom Wortführer des rechtsnationalen Flügels, Björn Höcke, geprägt wird, schoss von 10,6 auf 23,6 bis 23,7 Prozent nach oben.

Die SPD sackte weiter ab: auf den neuen Tiefstand von 8,4 bis 8,0 Prozent (12,4). Die Grünen lagen bei 5,3 bis 5,4 Prozent (5,7) und mussten um den Wiedereinzug in den Landtag bangen. Die liberale FDP kam auf 5,0 bis 5,4 Prozent und lag damit ebenfalls dicht an der Fünf-Prozent-Hürde. Die Wahlbeteiligung stieg deutlich auf rund 66 Prozent (2014: 52,7). Ramelow sagte am Abend: „Ich sehe mich ganz klar bestätigt. Bei dem Zustimmungswert, den meine Partei bekommen hat, ist der Regierungsauftrag klar bei meiner Partei. Und ich werde diesen Auftrag auch annehmen.“ (dpa)

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