Drohnen sind die Zukunft – das wird zumindest immer wieder behauptet. In der Hafenstadt Antwerpen stellen die neuen Pioniere der Lüfte aber tatsächlich unter Beweis, dass sie in der Lage sind, das Morgen zu prägen.
Eigentlich sollte am Mittwoch die „Erste-Hilfe-Drohne“ ihren Jungfernflug an der Schelde absolvieren, und das vor seiner Exzellenz persönlich: König Philippe (59) war nach Antwerpen gereist, um live mitzuerleben, wie das 20 Kilogramm schwere Vehikel mit Wasserproben an Board eine 2,17 Kilometer lange Strecke in 150 Metern zurücklegt. Doch das „schlechte Wetter“ machte dem Vorhaben einen Strich durch die Rechnung. „Wir wollten bei unserem ersten Flug absolut kein Risiko eingehen, sodass wir aus Sicherheitsgründen den Start abgesagt haben“, erklärte Thibauld Jongen vom Unternehmen Sabca, das die Drohne mitentwickelt hat.
Aufgeschoben ist aber nicht aufgehoben: Der Erstflug soll in den nächsten Wochen über die Bühne – und ab dann soll die Drohne einmal die Woche zwischen der Antwerpener Uniklinik (UZA) in Edegem und dem Sint-Augustinus Hospital (GZA) in Wilrijk rotieren. Im Gepäck hat das kleine Flugobjekt dann Blut, Gewebe und Medikamente.
In Zukunft soll das durchaus lebensrettende Angebot sogar ausgeweitet werden. Wie das Antwerpener Unternehmen Helicus, das die Drohne von einer Kommandozentrale aus steuert, ankündigt, sollen „bald“ 360 Tage im Jahr On-Demand-Transporte durch die Luft möglich sein. Heißt: Drohnen werden zu jeder Zeit abheben können, eben dann, wenn es notwendig ist.
Für die 2,7 Kilometer lange Strecke zwischen den Spitälern benötigen die unbemannten Luftfahrzeuge, die eine Geschwindigkeit von bis zu 60 Stundenkilometern erreichen können, übrigens gerade einmal drei Minuten – und damit ist diese Art der Beförderung „wesentlich schneller“ als der Transport auf der Straße. (calü)


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