Demonstrationen beim Besuch des kongolesischen Präsidenten Tshisekedi in Belgien

<p>Der kongolesische Präsident vor dem Grabmal des unbekannten Soldaten.</p>
Der kongolesische Präsident vor dem Grabmal des unbekannten Soldaten. | Foto: belga

Am Dienstagmorgen wurde Tshisekedi im Brüsseler Egmont-Palast von Premierminister Charles Michel empfangen. Danach stand ein Treffen mit mehreren Ministern der scheidenden Föderalregierung auf dem Programm. Gegen Mittag wurde Tshisekedi von König Philippe empfangen. Bei dieser Gelegenheit wurden auch offizielle Fotos des belgischen Königspaares zusammen mit Felix Tshisekedi und dessen Frau Denise Nyakeru gemacht.

Danach ging es zur Kongress-Säule. Dort legte der Präsident einen Kranz am Grabmal des unbekannten Soldaten nieder und entfachte die Flamme vor der Säule, um den Opfern – insbesondere kongolesischen Soldaten – der beiden Weltkriege und den Soldaten, die nach dem Zweiten Weltkrieg in Friedensmissionen ums Leben kamen, zu gedenken. Diese bedeutungsvolle Geste ersetzt den ursprünglich geplanten Besuch der Königlichen Militärakademie, die Offiziere der belgischen Armee und einiger anderer Länder ausbildet. Belgien und die Demokratische Republik Kongo planen, die militärische Zusammenarbeit wieder aufzunehmen, die 2017 durch das Regime des ehemaligen Präsidenten Joseph Kabila abrupt unterbrochen wurde.

Der Staatsbesuch stößt aber auch auf Widerstand: Gut hundert Demonstranten aus der Diaspora brachten am Dienstagnachmittag ihre Feindseligkeit gegenüber dem kongolesischen Präsidenten zum Ausdruck, indem sie sich in der Nähe des Egmont-Palastes in Brüssel versammelten. Sie prangerten die Illegitimität des kongolesischen Staatsoberhauptes an. „Der Kongo ist unter ausländischer Besatzung“, konnte man auf einem Schild lesen. Der Slogan stammt von der Oppositionsbewegung „Allianz der Patrioten für einen freien und souveränen Kongo“ (APCLS) des ehemaligen Mobutisten Honoré Ngbanda. Buhrufe kamen Tshisekedi entgegen, als er den Egmont-Palast verließ. (belga)

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