Eine Waage, die mitdenkt: Colruyt erprobt neue Technik

<p>Eine über der Waage eingebaute Kamera blickt von oben auf die Wiegefläche.</p>
Eine über der Waage eingebaute Kamera blickt von oben auf die Wiegefläche. | Foto: Colruyt

Wenn’s ums Abwiegen von Obst und Gemüse geht, lassen einige Supermärkte die Kunden für sie arbeiten. Eine Formel, auf die nun auch die Warenhauskette Colruyt baut - zumindest in einer Niederlassung in Kortrijk. Der Clou bei dem Pilotprojekt: Das Eintippen komplizierter Warencodes bleibt den Kunden erspart. Denn die intelligenten Waagen erkennen die Ware automatisch. Aber wie ist das möglich?

Eine in die Waage integrierte Kamera schaut von oben auf die Wiegefläche und zeichnet das Auflegen der Ware auf. Der implizierte Bildauswertungs-Algorithmus weiß anschließend, um welche Art Obst oder Gemüse es sich handelt und schlägt dem Kunden in Form von Icons auf dem Display eine Auswahl infrage kommender Waren vor. Der Kunde muss schlussendlich nur noch auf dem Touchscreen das richtige Icon zur Bestätigung drücken - fertig.

Das System ist sogar in der Lage, beispielsweise Äpfel oder Tomaten durch Netze oder Tüte hindurch zu erkennen. „Es ist in 97 Prozent der Fälle korrekt“, behauptet Rudi Dewulf, Verkaufsdirektor bei Colruyt. Ziel der gefühlten Innovation sei die Erleichterung des Einkaufs - und das im Sinne der Kunden und Kassierer. Außerdem sollen mithilfe der Technik Verwechslungen beim Eintippen der Warencodes vermieden werden.

<p>Der Bildauswertungs-Algorithmus erkennt, worum es sich handelt, und schlägt dem Kunden in Form eines kleinen Bildchens (Icon) auf einem Schirm eine Auswahl der infrage kommenden Waren vor.</p>
Der Bildauswertungs-Algorithmus erkennt, worum es sich handelt, und schlägt dem Kunden in Form eines kleinen Bildchens (Icon) auf einem Schirm eine Auswahl der infrage kommenden Waren vor. | Foto: Colruyt

Für das flämische Unternehmen Robovision, das die Waagen für Colruyt konzipiert hat, ist die neuartige Obst- und Gemüseabfertigung nur der Anfang. „Einen ganzen Einkaufswagen scannen? Das muss möglich sein“, meint Projektleiter Werner Goeman.

Retail-Spezialist Jorg Snoeck sieht die Supermarktkette mit dem Pilotprojekt aber nicht auf der Überholspur. Im Gegenteil. „Bei Amazon Go wird zum Beispiel schon ein ganzer Supermarkt mit künstlicher Intelligenz geführt. Dort registrieren Kameras und Sensoren, was die Kunden kaufen. Und bei Hema, dem innovativen Supermarktkonzept von Onlinehändler Alibaba, können Kunden bereits per Gesichtserkennung bezahlen“, untermauert der Experte. (belga/calü)

Kommentare

Kommentar verfassen

0 Comment