Einmal kurz durchatmen: Daniel Dosquet lüftet seine Kappe und fährt sich durch das verschwitzte Haar. Seit Tagen dreht sich für ihn alles um das anstehende Festival, das in diesem Jahr zwar eine Nummer kleiner ausfällt als zuletzt, dem Organisationsteam dennoch jede Menge Aufbauarbeit abverlangt. Gerade wird die Technik für Licht und Ton installiert, der Getränkelieferant fährt rückwärts auf das Gelände an und in schwindelerregender Höhe werden Gerüststangen ineinandergesteckt. Langweilig sollte dem fünfköpfigen Trakasspa-Team, das nach Feierabend von Freunden unterstützt wird, bis zum Auftakt am Samstagnachmittag nicht werden.
Sie sehen aus, als könnten Sie eine Mütze Schlaf vertragen, Herr Dosquet.
Die letzten Tage waren anstrengend. Wir haben am Freitag mit den Aufbauarbeiten begonnen. Seitdem bin ich täglich von 7.30 Uhr bis 21.30 Uhr auf dem Gelände.
Läuft denn alles nach Plan?
Soweit, ja. Die letzte Lieferung mit Deko für die Bühne ist eingetroffen. Am Samstag wird die Wasserrutsche geliefert. Es dürfte eigentlich nichts mehr schiefgehen.
Nach Ägypten und London in den vergangenen Jahren geht die Reise nun nach Bali, was sich vor allem in der Dekoration widerspiegelt. Die Bühnenkulisse ist beeindruckend, obschon sie diesmal etwas kleiner ausfällt. Wasserfontänen und Lichteffekte werden ihr Übriges tun.
Im letzten Jahr war die Bühne 28 mal 14 Meter groß, diesmal sind es 20 mal acht Meter. Wir müssen noch testen, ob die Wasserfontänen so funktionieren, wie wir uns das vorstellen.
In Zahlen ausgedrückt: Wie viel Material wird verbaut?
Grob überschlagen: etwa 370 Quadratmeter Gerüst und eine halbe Tonne Deko.
Anders als im vergangenen Jahr werden am Wochenende ausschließlich regionale DJ’s auf der Bühne stehen. Welchen Act können Sie besonders empfehlen?
Stepanov & Bougini sollte man sich auf keinen Fall entgehen lassen.
In diesem Jahr schalten Sie einen Gang zurück: Es wird nur eine Bühne geben und das Festival findet an zwei statt zuletzt drei Tagen statt, wobei der Sonntag kostenlos ist. Wie angespannt sind Sie?
Ich bin eigentlich ziemlich entspannt. Das einzige, was mir Sorgen bereitet, ist das Wetter. Hier auf offenem Gelände pfeift der Wind ganz schön. Letzten Freitag ist uns alles um die Ohren geflogen, da mussten wir die Aufbauarbeiten unterbrechen.
Wie sind denn die Wetteraussichten für das Wochenende?
Ich schaue gar nicht mehr. Man kann ja ohnehin nichts am Wetter ändern. Ich befürchte, es wird etwas regnen, aber hoffentlich nicht so viel, dass die ganze Wiese unter Wasser steht. Es wird auf jeden Fall ausreichend Unterstellmöglichkeiten geben und wir verteilen Regen-Capes.
Das Festival ist in den vergangenen Jahren mehrmals umgezogen, unter anderem weil den Anwohnern die Beschallung nicht geschmeckt hat. Ist der ideale Standort mit dem East Belgium Park nun gefunden?
Solange sich auf der Wiese kein Unternehmen niederlässt und wir kein Gelände mit See und angrenzendem Wald finden, ist das ein guter Standort.
Was erwartet die Besucher?
Es wird gemütlich. Wir haben alle Bereiche etwas komprimierter angeordnet, sodass alles nicht mehr so weitläufig wirkt. Wir wollen wieder eine Gardenparty-Atmosphäre wie bei der ersten Ausgabe schaffen. Es wird mehrere Chillout-Areas geben, eine Cocktailbar und ausgewählte Foodtrucks.
Wie viele Besucher erwarten Sie?
Es wäre schön, wenn täglich 2.000 Leute kommen würden.
Trakasspa-Festival am 3. (17 bis 2 Uhr) und 4. August (14 bis 23 Uhr), Ernest-Solvay-Straße in Lontzen. Tickets zum Preis von je 10 Euro (20 Euro an der Tageskasse) sind erhältlich in der GrenzEcho-Geschäftsstelle am Marktplatz in Eupen. Es sind ausreichend Parkmöglichkeiten vorhanden (gegen eine kleine Gebühr). Das komplette Line-up gibt es online unter www.festival-belgium.com



Kommentare
Das Festival ist in den vergangenen Jahren mehrmals umgezogen, unter anderem weil den Anwohnern die Beschallung nicht geschmeckt hat, und nun müssen die Anwohner des East Belgium Park in Lontzen das ganze "ausbaden"! East Belgium Park in Lontzen
Alle Jahre wieder erstaunlich, dass beispielsweise das Tirolerfest oder der Musikmarathon inmitten der Eupener Innenstadt bis in die Nacht hinein keinen zu stören scheint, Hinz und Kunz sich aber über ein anderes Musikfestival aufregt, dass jahrein jahraus die Reise nach Jerusalem in und um Eupen antreten muss, um überhaupt stattfinden zu können... (Musik)kultur beschränkt sich nicht nur auf "Humtata" und "Radio-Einheitsbrei"...
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