Nach 59,5 Kilometern von Albertville nach Val Thorens hatte Nibali zehn beziehungsweise 14 Sekunden Vorsprung vor den beiden Spaniern Alejandro Valverde und Mikel Landa (beide Movistar).
Vierter wurde Gelb-Träger Egan Bernal (Kol/Ineos/0:17), zeitgleich mit seinem britischen Mannschaftsgefährten Geraint Thomas.
Bernal, der dritte Kolumbianer in Gelb nach Victor Hugo Pena (2003) und Fernando Gaviria (2018), ist damit der Gesamtsieg am Sonntag in Paris praktisch nicht mehr zu nehmen.

Das Teilstück von Albertville nach Val Thorens war am späten Freitagabend wegen Erdrutschen und Unwetterwarnungen von 130 Kilometer um mehr als die Hälfte verkürzt worden.
In zwei Phasen gelang einer 29-köpfigen Gruppe, unter anderem mit dem belgischen Etappensieger Dylan Teuns (Bahrain-Merida), Frederik Backaert und Kevin Van Melsen aus Hombourg (beide Wanty-Gobert), Jasper Stuyven (Trek-Segafredo) sowie Jens Keukeleire (Lotto-Soudal) frühzeitig der Absprung.
Am Fuß des 33 Kilometer langen Schlussanstiegs war die Harmonie in der Ausreißergruppe beendet, und die Angriffe rissen nicht ab.
Im Feld der Favoriten waren es zunächst Steven Kruijswijk und seine Jumbo-Visma-Mannschaft, nicht zuletzt ein erneut beeindruckend starker Laurens De Plus, die für Unruhe und ein durchweg hohes Tempo sorgten. Erstes prominentes Opfer war 13 Kilometer vor dem Ziel Julian Alaphilippe (F/Deceuninck-Quick Step), der dadurch nach dem Gelben Trikot am Freitag nunmehr auch den Platz auf dem Podium verlor. Dennoch darf der kampfstarke Franzose, der zwei Wochen lang in Gelb fuhr und eine ganze Radsportnation zum Träumen brachte, mehr als zufrieden mit seiner diesjährigen Tour sein.
Sprinter träumen von den Champs-Elysées.
Am Sonntag geht es um einen letzten prestigeträchtigen Tageserfolg auf den Champs-Élysées der französischen Hauptstadt. Die 21. Etappe ist an diesem Sonntag (Start um 18.10 Uhr) das große Finale der 106. Tour de France. Auf den 128 Kilometern von Rambouillet nach Paris lauern keine großen Tücken mehr, das Gelbe Trikot wird traditionell nicht mehr angegriffen. Mal abwarten, ob dieses ungeschriebene Gesetz am Sonntag nicht gebrochen wird. Stattdessen sind normalerweise ein letztes Mal die Sprinter gefragt: Dylan Groenewegen gilt genauso als Favorit wie Caleb Ewan von Lotto-Soudal und Elia Viviani (Deceuninck-Quick Step).

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