Demokratinnen verurteilen Trumps Attacken - „Das ist die Agenda weißer Nationalisten“

<p>Die demokratischen Abgeordneten Rashida Tlaib, Ilhan Omar, Alexandria Ocasio-Cortez und Ayanna Pressley (v.l.n.r.) verurteilen Trumps Ausfälle und sehen sie als Versuch, „von der Korruptheit seiner Regierung abzulenken“.</p>
Die demokratischen Abgeordneten Rashida Tlaib, Ilhan Omar, Alexandria Ocasio-Cortez und Ayanna Pressley (v.l.n.r.) verurteilen Trumps Ausfälle und sehen sie als Versuch, „von der Korruptheit seiner Regierung abzulenken“.

Die vier demokratischen Kongressabgeordneten, die Donald Trump mit heftigen Attacken überzogen hat, haben die Äußerungen des US-Präsidenten verurteilt. Trump habe zu einer „unverhohlen rassistischen“ Attacke ausgeholt, um von der Korruptheit seiner Regierung abzulenken, sagte Ilhan Omar bei einer Pressekonferenz am Montag mit ihren drei Amtskolleginnen. „Das ist die Agenda weißer Nationalisten, egal ob es in Chatrooms passiert oder im nationalen Fernsehen. Und nun hat es den Garten des Weißen Hauses erreicht.“

Omar und ihre Parteikolleginnen Alexandria Ocasio-Cortez, Rashida Tlaib sowie Ayanna Pressley betonten bei dem Auftritt im Kongress, dass sie sich nicht von Trump einschüchtern lassen würden. Pressley sagte, man dürfe sich nicht von dem Republikaner „ködern“ lassen, weil er damit nur von der „herzlosen, chaotischen und korrupten“ Kultur in seiner Regierung ablenken wolle. Omar und Tlaib sprachen sich zudem für die Einleitung eines Amtsenthebungsverfahrens gegen Trump aus.

Trump hatte am Sonntag in einem Tweet mehrere Demokratinnen dazu aufgefordert, in ihre vermeintlichen Heimatländer zurückzugehen und die Probleme dort zu lösen, statt den USA gute Ratschläge zu geben.

„Wenn es ihnen hier nicht gefällt, dann können sie gehen.“

Trump nannte in der Nachricht keine Namen, spielte aber unmissverständlich auf die Gruppe der vier aufstrebenden demokratischen Abgeordneten im Repräsentantenhaus an. Alle vier sind US-Bürgerinnen. Ocasio-Cortez ist puerto-ricanischer Abstammung, geboren in New York; Tlaib ist Tochter palästinensischer Einwanderer, geboren in Detroit; Pressley ist Afroamerikanerin, geboren in Chicago. Omar kam zwar in Somalia auf die Welt, wurde aber schon als Teenager in den USA eingebürgert.

Am Montag legte der US-Präsident bei einem Auftritt im Rosengarten des Weißen Hauses nach und warf den Frauen vor, die USA zu hassen. „Wenn es ihnen hier nicht gefällt, dann können sie gehen.“ Trump behauptete, viele Amerikaner seien seiner Meinung. Auf die Frage, ob er darüber besorgt sei, dass viele Menschen diese Äußerungen als rassistisch betrachteten, sagte Trump: „Das besorgt mich nicht, weil die Leute mir zustimmen.“

Die Demokraten brachten am Abend eine Resolution ein, um Trumps Äußerungen zu verurteilen. Über die Resolution könnte bereits am Dienstaag abgestimmt werden. Aus den Reihen der Republikaner kam dagegen nur vereinzelt Kritik an dem Präsidenten.

Der Senator und ehemalige Präsidentschaftskandidat Mitt Romney schrieb auf Twitter, Trumps Bemerkungen seien „schädlich, erniedrigend und spalterisch“. Der Präsident der Vereinigten Staaten stehe in der Pflicht, das amerikanische Volk zu einen. „In dieser Hinsicht hat der Präsident kläglich versagt“, schrieb Romney. Der Senator aus Utah fällt immer wieder mit Kritik an Trump auf, trägt dessen Politik im Kongress aber mit, indem er bei Abstimmungen meist auf der Linie der Regierung liegt. (dpa)

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Kommentare

  • @N. Schleck Da die "Antworten-Funktion" leider nicht funktioniert hänge ich mich einfach dran. Es gibt Leute, denen wirklich die geschmacklosesten Witze und Vergleiche noch in den Kram passen, um ihren kruden Ideen und ihrer Kampagne gegen Menschen, die sich für den Erhalt unserer Lebensgrundlagen einsetzen, Ausdruck zu verleihen. Bei Scholzen und Co. bedarf es halt eines solchen Instrumentariums, da Fakten und Sachargumente schon längst ausgedient haben. Mittlerweile sind Eimerscheid und Schönberg dem Vernehmen nach ohnehin die Dörfer, mit dem höchsten Fremdschämanteil. Hier würde der Verbaldurchfall von Herrn Scholzen tatsächlich passen: "Was müssen diese Dörfer noch alles erdulden?"

  • Nun, Herr Leonard, da haben Sie einen anderen Kommentar von Herrn Guido Scholzen in demselben Medium übersehen. Das kann passieren, bei der Flut von Tiraden, die dort veröffentlicht werden. Er lautete: "Heute morgen wurde über einen Amok-Lauf in den USA berichtet, und nun muss man auch noch erfahren, dass Greta T. demnächst in die USA kommt. Was muss diese arme Land noch alles erdulden? schrecklich." Meine Antwort dort: "Diesen Amoklauf und also auch dessen Opfer für billige Witzchen missbrauchen."

  • Ob Greta Thunberg sich wohl auch des von Herrn Scholzen's Gnaden verliehenen Ehrentitel "Weib" schmücken darf? Oder überkommt ihn dann doch die Scham ob einer so vulgären Bezeichnung...? Zum eigentlichen Artikel: Warum geht Trump nicht selbst dorthin, wo er als deutscher Einwanderer herkommt? Nach Trump's Verständnis hätten eigentlich nur die nordamerikanischen Ureinwohner das Recht, in den USA zu verweilen, wenn überhaupt... eigentlich sind alle Menschen dieser Welt - "oh Schreck" - ursprünglich "Afrikaner"! Also hätte niemand das "Recht" überhaupt irgendwoanders zu leben außer in Afrika...

  • Ihren Kommentar, Herr Schozen, durfte man ja bereits an anderer Stelle lesen: „Greta kommt nach Amerika. Nach Trump kommt nun Greta. Was muss dieser Konzinent noch alles ertragen?“ Wieder mal vom Feinsten...

  • in ein paar Wochen kommt Greta Thunberg in die USA. Mal sehen, was Trump dann vom Stapel lässt. Herr Schleck, ich freue mich schon auf die Kommentare: auf die von Greta, von Trump, und von Ihnen.

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