Das erste Gespenst ist verscheucht, doch ein böser Geist zieht am Horizont auf: Mit dem 4:3 im Elfmeterschießen gegen Paraguay überwanden Brasiliens Fußballer ihren Albtraum vom Strafstoßpunkt gegen die Albirrojas und stehen somit zum ersten Mal seit dem Triumph 2007 wieder im Halbfinale der Copa America. Nun wollen sie auch dem nächsten Trauma den Schrecken nehmen, denn es geht am Dienstag ins Mineirao-Stadion von Belo Horizonte. Dort, wo die Selecao vor fünf Jahren bei der WM mit einem 1:7 von Deutschland gedemütigt worden war. Dieser Makel soll nun gegen den Sieger des Viertelfinales zwischen Argentinien und Venezuela (Freitag, 21 Uhr MESZ) überdeckt werden.
„Ich war zuversichtlich, den Ball auf meine Art zu schießen, ruhig, gefühlskalt“, sagte Gabriel Jesus, Stürmer von Englands Meister Manchester City und Schütze des entscheidenden Elfmeters. Nach 90 Minuten hatte es 0:0 gestanden, eine Verlängerung sieht das Copa-Reglement erst ab dem Halbfinale vor. Torhüter Alisson Becker von Champions-League-Sieger Liverpool hielt den paraguayanischen Versuch von Gustavo Gomez. Zudem verschossen Roberto Firmino (Brasilien) und Derlis Gonzalez (Paraguay).
Derweil sorgt ein Mumpsfall im brasilianischen Kader für große Aufregung. Nur wenige Stunden vor dem Viertelfinale war bei Stürmer Richarlison die ansteckende Virusinfektion diagnostiziert worden. Um einen Ausbreitung der Kinderkrankheit zu verhindern, werden nun vor dem Halbfinale alle Spieler zur Sicherheit nachgeimpft. Richarlison hatte noch bis vergangenen Mittwoch alle Trainingseinheiten beschwerdefrei mitgemacht, wurde nach der Diagnose am Donnerstag jedoch umgehend in seinem Einzelzimmer isoliert. Der 22-Jährige vom Premier-League-Klub FC Everton stand in den ersten beiden Gruppenspielen gegen Bolivien (3:0) und Venezuela (0:0) in der Anfangsformation, verlor danach aber seinen Stammplatz. (sid)

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