Fördert Jupiler den Alkoholkonsum?

<p>Die Sommeraktion von Jupiler ruft Kritiker auf den Plan.</p>
Die Sommeraktion von Jupiler ruft Kritiker auf den Plan. | Foto: Photo News

„Kneipenbesitzer konnten sich in den vergangenen Wochen freiwillig für diese Aktion melden und einschreiben“, erklärt Glendal Vandenbempt, der Pressesprecher von Jupiler, gegenüber der flämischen Tageszeitung „De Morgen“ (Freitagausgabe). „Sie bekommen dann neue, größere Biergläser von uns zur Verfügung gestellt. Pro vier Fässer Bier, die sie ankaufen, bekommen sie das fünfte Fass gratis dazu. Außerdem gehen wir davon aus, dass sie den Kunden keinen höheren Preis rechnen“, fügt der Pressesprecher hinzu. Kritiker sprechen dagegen von einer Kompensation für die Tatsache, dass Jupiler jahrelang die Einfuhr von billigerem Jupiler-Bier aus den Niederlanden vereitelt hatte. Dafür war der Brauereiriese AB InBev vor einigen Wochen von EU-Instanzen zur Zahlung einer Geldbuße von 200 Millionen Euro verurteilt worden. „Diese Dinge kann man nicht in Zusammenhang setzen“, teilte der Konzern diesbezüglich mit.

Größere Biergläser ständen auch nicht in Widerspruch zur Ausrichtung von Jupiler in Sachen „smart drinking“, wobei stark gesundheitsschädlicher Alkoholkonsum vermieden werden soll. „Bis zum Jahr 2025 soll ein Fünftel unseres Volumens aus Getränken ohne oder mit wenig Alkohol bestehen“, so der Sprecher.

Das flämische Expertisezentrum für Alkohol und andere Drogen (VAD) spricht dagegen von einem „falschen Signal“. „Genau wie man bei einer Tüte Chips mehr isst, wenn die Verpackung größer ist, steigt auch der Bierkonsum bei einem größeren Glas“, meinte ein Sprecher. „Das Risiko besteht, dass die Menschen mehr trinken, weil sie nun mal in Biergläsern denken. Vor allem häufige Trinker dürften dann in die Versuchung kommen“, fügte er hinzu. (sc)

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