„Das Bosman-Urteil hat nicht nur meine Karriere, sondern auch mein Privatleben zerstört. Liebe, Zufriedenheit, Lebensqualität – alles weg. Es hat mich zu viel gekostet“, sagte Bosman der deutschen „Bild“-Zeitung.
Die Last sei zu schwer zu tragen gewesen für einen einzelnen Menschen. „Ich habe mit dem Bosman-Urteil etwas geschafft, was kein Minister auf politischem Weg geschafft hätte. Dass ich danach von den Klubs als Verräter und wie der letzte Dreck behandelt wurde, hat mich tief getroffen“, ergänzte der 54-Jährige.

Bosman hatte 1990 geklagt, weil er nach Vertragsende beim FC Lüttich zum französischen Zweitligisten Dünkirchen wechseln wollte. Lüttich verlangte eine Ablöse von 800.000 Dollar, die der Zweitligist aus Frankreich aber nicht bezahlen wollte. Daraufhin verweigerte Lüttich Bosman die Freigabe.
Der Europäische Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg erklärte schließlich am 15. Dezember 1995 die bis dahin gültigen Transferregelungen und Ausländerbeschränkungen in den Mannschaftssportarten für nichtig. Seitdem dürfen Vereine bei Spielerwechseln innerhalb der Europäischen Union nach Ablauf des Vertrages keine Ablösesummen mehr verlangen. (dpa/mn)

Kommentare
Kommentar verfassen
0 Comment
Sie müssen angemeldet sein, um zu kommentieren.
AnmeldenRegistrieren