Kriminalität im Brüsseler Nahverkehr: Es mangelt an Personal

<p>Sicher unterwegs: Der Brüsseler Nahverkehr braucht mehr Sicherheitskräfte - davon ist zumindest die Politik überzeugt.</p>
Sicher unterwegs: Der Brüsseler Nahverkehr braucht mehr Sicherheitskräfte - davon ist zumindest die Politik überzeugt. | Foto: belga

Die flämische Tageszeitung lässt Zahlen sprechen, und die haben es in sich: Allein im letzten September ist es in der Hauptstadt zu 104 gewalttätigen Übergriffen auf Mitarbeiter der Brüsseler Nahverkehrsgesellschaft STIB gekommen - im gesamten Jahr 2016 waren es „nur“ 79.

In der letzten Zeit wurden zudem immer wieder Fahrgäste in der Metro, dem Bus und der Tram sowie an Haltestellen von Kriminellen ausgeraubt. Mitte März war es in der Metrostation Lemonnier sogar zu einer Messerstecherei gekommen.

Der Brüsseler Ministerpräsident Rudi Vervoort (PS) gibt der Föderalregierung die Schuld für die „groteske Situation“, wie er sie gegenüber der Tageszeit „La Dernière Heure“ betitelt. In seinen Augen mangelt es in der Hauptstadt an Polizeibeamten, die für Sicherheit sorgen sollten. Worte, denen der Brüsseler Bürgermeister Philippe Close (PS) über eine Sprecherin nur beipflichten kann: „In Brüssel fehlen mindestens 200 Polizisten. Es ist daher nicht mehr hinnehmbar, die Sicherheitsbudgets zu kürzen.“ Vervoort behauptet sogar, dass 800 Beamte in der Hauptstadt fehlen.

Die STIB hat ihrerseits in den letzten Monaten zusätzliches Sicherheitspersonal eingestellt, um der Lage (ein wenig) Herr zu werden. Außerdem wurden an den Haltestellen und in den Fahrzeugen Überwachungskameras installiert. „Aber echte Polizeiarbeit bleibt die Aufgabe der Beamten“, unterstreicht STIB-Sprecherin An Van Hamme. Aber die lassen eben (noch) auf sich warten. (calü)

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