Roter Diesel im Tank: Saftige Strafen und hohe Wartungskosten

Abgesehen von der Farbe und dem Preis gibt es kaum einen Unterschied zwischen Heizöl und Dieselkraftstoff. Heizöl kostet derzeit (an der Zapfsäule) nur 0,99 Euro je Liter – immerhin eine Differenz von fast 50 Cent. Auf Diesel werden 46% Steuern und Akzisen erhoben, Heizöl kommt da mit 19,5% günstiger weg. Dass sich zumindest ältere Dieselmotoren von Lkw als auch von Pkw mit Heizöl betreiben lassen, ist mittlerweile sicherlich weit verbreitetes Wissen. Warum also nicht einfach Heizöl statt Diesel tanken, wenn’s billiger ist und dem Motor nicht schadet?

Erstens, weil es illegal ist. Heizöl als Treibstoff erfüllt den Strafbestand der Steuerhinterziehung. Für die Verfolgung ist der Zoll zuständig. Um die Kontrolle zu erleichtern, wird das Heizöl farblich markiert. Es drohen Strafen zwischen 500 und 5000 Euro.

Für die Fahrer moderner Dieselfahrzeuge kann sich zudem noch eine ganz andere unangenehme Konsequenz ergeben: Heizöl hat einen hohen Schwefelanteil, der die Abgasreinigungsanlagen schädigt. Nach Angaben des belgischen Mineralölverbandes kann die Verwendung von "rotem" Diesel eine schlechtere Motorleistung oder Rückstände, ja sogar Schäden am Motor verursachen. Die Freude über einen geringeren Literpreis dürfte maximal bis zum nächsten Werkstattbesuch andauern, weshalb die meisten Dieselfahrer dieses Risiko erst gar nicht eingehen.

Belgien ist das Dieselland schlechthin. Zumindest bis jetzt. Nirgendwo auf der Welt sind – prozentual zur Bevölkerung – so viele Diesel-Pkw unterwegs wie bei uns. Sie stellen 80 Prozent des gesamten Autoparks. Der Grund ist der deutlich günstigere Kraftstoffpreis. Aber das war einmal, die Trendwende hat bereits eingesetzt. In den vergangenen Monaten ist Diesel wegen der Preisentwicklung auf den internationalen Märkten deutlich teurer geworden und hat sich spektakulär dem Benzinpreis genähert