Achim Pitz blickt auf ein aufregendes Sportjahr zurück. Im letzten Jahr nahm er an der Rhönrad-Weltmeisterschaft in Cincinnati teil und kehrte mit guten Resultaten zurück. Auch bei den Austrian Open in Salzburg wusste er zu überzeugen. Für das neue Jahr wünscht sich Achim Pitz neben Gesundheit auch, dass er den schwierigen Spagat zwischen Arbeit und Beruf schafft.
Der Zweite im Bunde ist Lukas Fickers, der sich belgischer Vizemeister im Kunstturnen nennen darf. Während andere eine „normale“ Schule besuchen, trainiert er in einem Internat in Mons. Rund 27 Stunden pro Woche steht der Eifler dabei auf der Trainingsmatte. Für das Jahr 2017 gibt Fickers die belgische Meisterschaft als großes Ziel aus. In der Seniorenklasse bekommt er es regelmäßig mit Turn-Assen wie Florian Hambüchen zu tun.
Der dritte Kandidat bzw. Finalist heißt Michael Rösch. Auch er blickt positiv auf das Sportjahr zurück. Für die Zukunft erhofft der Wahl-Belgier sich, dass er mit einer belgischen Staffel auf Medaillenjagd gehen kann.
Achim Pitz, Lukas Fickers und Michael Rösch stehen bei der Publikumsabstimmung zur Wahl, die seit dem 20. Februar läuft.
Die Nominierten im Interview
Wie fällt Ihre persönliche Bilanz des Sportjahres 2016 aus?
Achim Pitz (Turnen): Sehr positiv. Bei der Rhönrad-Weltmeisterschaft im Juni in Cincinnati (USA) konnte ich im Mehrkampf eine Top-10-Platzierung erreichen. Auch bei anderen Wettkämpfen, wie zum Beispiel den Austrian Open im November in Salzburg habe ich sehr gute Leistungen bringen können. Somit bin ich wirklich zufrieden mit dem Jahr 2016.
Lukas Fickers (Turnen): 2016 war ein sehr gutes Jahr, mit guten nationalen und internationalen Wettkämpfen. Darunter waren der internationale Junior Team Cup in Berlin, das Match Junior Schweden-Holland-Belgien, wo wir Zweiter mit dem belgischen Team geworden sind. Bei der belgischen Meisterschaft wurde ich Vizemeister der Junioren. Ich habe auch eine sehr gute Qualifikation für die Europameisterschaft geturnt.
Michael Rösch (Biathlon): Mein persönliches Sportjahr fällt sehr positiv aus. Ich konnte zwei Top-6-Platzierungen erreichen. Bei der Weltmeisterschaft lief es noch nicht ganz so gut. Aber ich denke, dass ich mich nach verschiedenen Verletzungen und Erkrankungen sehr gut zurückgekämpft habe. Ich hoffe, dass noch einiges kommt.
War das Jahr trotz der sportlichen Erfolge auch mit Enttäuschungen verbunden?
Achim Pitz (Turnen): Leider ja. Bei der WM ist bei meiner Spiralübung eine Höchst-Schwierigkeit nicht gezählt worden, obwohl ich diese perfekt geturnt hatte. Dadurch habe ich den Einzug in das Finale in der Spirale verpasst. Es ist natürlich sehr bitter, wenn man durch eine Kampfrichterfehlentscheidung eine Finalteilnahme verpasst. Was ich besonders schade finde, ist, dass der Videobeweis im Rhönradturnen nicht zugelassen ist.
Lukas Fickers (Turnen): Ja. Nachdem ich im Frühjahr viele erfolgreiche Qualifikations-Wettkämpfe für die EM in Bern geturnt habe, war meine Teilnahme eigentlich schon klar, ich hatte die Normen erfüllt. Doch dann haben sich unsere Trainer und die Verbände noch mal Gedanken über das belgische Team gemacht. Sie haben letztendlich einen anderen Turner hingeschickt. Da war meine Enttäuschung natürlich groß.
Michael Rösch (Biathlon): Ja, auf jeden Fall. Besonders bei der Weltmeisterschaft hatte ich mir mehr als den 51. Platz erhofft. Zumal ich bereits häufiger an den Top 15 dran war. Es gab immer wieder Enttäuschungen, aber auch sehr viele positive Sachen. Und diese Dinge überwiegen auf alle Fälle.
Erwarten Sie schwerwiegende Veränderungen oder streben Sie welche an?
Achim Pitz (Turnen): Nein, eigentlich nicht.
Lukas Fickers (Turnen): Das kommende Jahr wird sportlich etwas ruhiger sein, da ich jetzt in die Kategorie der Senioren aufsteige. Ich muss jetzt wieder ca. drei Jahre hart trainieren, um ein gutes Niveau zu erreichen. Allerdings bereite ich mich momentan auf mein Abitur vor. Deswegen mache ich mir viele Gedanken darüber, wie und wo es danach sportlich weitergehen soll.
Michael Rösch (Biathlon): Veränderungen? Ja, mein Bart wird weiter wachsen (lacht). Ansonsten werde ich weiter zielstrebig arbeiten. 2018 stehen die Olympischen Spiele an, außerdem wächst unser Team weiter. Ich hoffe sehr, dass wir eines Tages eine belgische Staffel haben.
Welchen Sportler bewundern Sie? Warum?
Achim Pitz (Turnen): Die Rhönradturnerin Cheyenne Rechsteiner aus der Schweiz. Selbst wenn sie die schwersten Teile turnt, sehen diese bei ihr immer spielend leicht aus. Das finde ich wirklich beeindruckend. Freddy Brüll, der früher sehr erfolgreicher Rhönradturner war und jetzt im Triathlon sehr erfolgreich ist.
Lukas Fickers (Turnen): Einen Turner, den ich sehr bewundere, ist der Japaner Kohei Uchimura. Er hat seit 2009 alle Weltmeisterschaften gewonnen. Kohei turnt in jedem Wettkampf eine hohe Schwierigkeit mit perfekter Ausführung an allen Geräten. Er zieht sein Programm immer hoch konzentriert durch, bis zum letzten Element. Er ist für mich ein sportliches Vorbild.
Michael Rösch (Biathlon): Ich schaue mir sehr gerne die Moto-GP-Rennen an. Mein großes Idol ist da Valentino Rossi. Im Snooker bewundere ich Ronnie O´Sullivan.
Zum neuen Jahr haben Sie drei Wünsche frei: Welche sind das?
Achim Pitz (Turnen): Gesund zu bleiben, weiterhin den sehr schwierigen Spagat zwischen Sport, Beruf und Privatleben zu meistern und im Herbst die Qualifikation zur WM 2018 zu schaffen.
Lukas Fickers (Turnen): Ein Jahr voller Gesundheit, damit mein Körper den Belastungen standhält. Dass ich für nächstes Jahr die richtigen Entscheidungen treffen werde, wohin ich mich sportlich und studienmäßig in Zukunft orientieren werde. Der dritte Wunsch wäre, endlich die Zeit zu finden, meinen Führerschein zu machen.
Michael Rösch (Biathlon): Einen längeren Bart, länger schlafen, Olympiasieger 2018 im Massenstart werden.



