Schleuse zwischen Lüttich und Maastricht eingeweiht

In Lanaye gibt es jetzt eine vierte Schleuse. Hinter dieser eher unscheinbaren Nachricht verbirgt sich eines der teuersten Bauprojekte Belgiens in der jüngeren Vergangenheit. Nicht weniger als 153 Millionen Euro wurden in den Ausbau der Anlage auf dem Albertkanal zwischen Lüttich und der niederländischen Maas investiert. Den Löwenanteil der Kosten, 115 Millionen Euro, wurde von der wallonischen Investitionsgesellschaft Sofico (mit Hilfe der Europäischen Investitionsbank) gestemmt. Hinzu kamen 28 Millionen Euro von der Europäischen Kommission sowie zehn Millionen Euro, die der niederländische Staat aufgrund des überregionalen Charakters der Baumaßnahme beisteuerte.

Die Arbeiten hatten im Juni 2011 begonnen und konnten im vergangenen Sommer abgeschlossen werden. Inzwischen ist die vierte Schleuse von Lanaye voll in Betrieb. Das Projekt hatte allerdings einer langen Vorlaufzeit bedurft. Bereits vor 20 Jahren hatten die Wallonie und die niederländischen Partner einen entsprechenden Prinzipbeschluss gefasst. Seitdem floss reichlich Wasser die Maas hinunter.

Die vierte Schleuse ist 225 Meter lang und 25 Meter breit. 220.000 Kubikmeter Beton wurden verbaut. Die neue Schleusenanlage erlaubt es, einen Höhenunterschied von 13,7 Metern zu überbrücken. Sie erlaubt die Aufnahme von Schiffen mit einem Gewicht von bis zu 9.000 Tonnen an dieser Stelle. Die anderen drei Schleusen von Lanaye, die allesamt aus den 1960 Jahren stammen, können nur Schiffe mit maximal 600 bzw. 2.000 Tonnen passieren lassen. Aus diesem Grunde galt diese Stelle zwischen dem Albertkanal und der niederländischen Maas jahrzehntelang als Nadelöhr in der Binnenschifffahrt des Benelux-Raums.