Nana Mouskouri: 83 Jahre alt und kein bisschen leise

Diese sympathische Griechin ist nach wie vor in der Schlagerbranche ein „Markenzeichen erster Güte.“ Ein erlesener Repertoire-Mix, der Künstlerin und Zuschauer gleichermaßen strahlen ließ.

„Weiße Rosen aus Athen“, damit wurde die Sängerin 1961 im deutschsprachigen Raum schlagartig bekannt. Die schwarzhaarige Dame mit der großen, rechteckigen Brille war in aller Munde. Ist sie heute noch, und auch der Brille ist sie treu geblieben. Erstaunlich, was Mouskouri aufzuweisen hat. Nach Madonna ist die Griechin mit über 300 Millionen verkauften Tonträgern die weltweit zweiterfolgreichste Sängerin. Wen wundert’s, ihre Bandbreite reicht vom Schlager über Chanson, Pop bis Jazz. Sie gehört längst schon zu den internationalen Stars. Über 600 Stücke, in 21 verschiedenen Sprachen aufgenommen, wurden auf 134 Alben produziert.

Jetzt, mit „Forever Young“, hat sie ein echtes, neues Album herausgebracht. Mit Titeln aus dem neuen Album bewies sie in Monschau ihr Können. Die Herzen der Besucher schlugen höher, ihrer Nana entgegen, und das schon beim ersten Song, den sie anstimmte. So auch bei „Little Drummer Boy“. „Forever Young“, dieses Album ist gleichzeitig auch „ihre Geschichte“. Songs wie Elvis’ „In the Ghetto“, der Titeltrack „Forever Young“ von Bob Dylan, Bryan Adams „Everything“ I Do, I Do it for you“ und auch das pompöse „Halleluja“ von Leonard Cohen. Die bringt sie auf den Punkt, diese Ohrwürmer sitzen, lassen die Burgmauern beben. Da kam Beifall auf, da hielt es kaum noch einen auf den Stühlen. Und es geht weiter mit „Sa Jeunesse“ von Charles Aznavour. Da darf „Hey Jude“, der Beatles-Hit, nicht fehlen und erst recht nicht „Love Is A Losing Game“ von Amy Whinehouse.“ „Eine großartige Kollegin, die liebe ich“, bekannte Mouskouri.

Dann singt sie Deutsch, mit viel Gefühl und Herz, den Song von Marlene Dietrich, das „Lili Marleen“, mit großer Stimme, voller Hingabe. Bravo, der Beifall nimmt kein Ende. Warum auch, es geht ja noch weiter. Natürlich mit den „Weißen Rosen aus Athen.“ Modern, ein wenig verjazzt, Schlagerherz, was willst du mehr? Wahnsinn, die 83-Jährige liefert 100 Minuten am Stück, ohne Pause, ein Power-Programm erster Sahne. „Cu Cu Rucucu Paloma“ – „Den habe ich gemeinsam auch mit Julio Iglesias gesungen“, strahlt sie. „Over The Rainbow“, „Va pensiero“. Selbst einen Regiepatzer meisterte die Griechin problemlos, sie begann noch einmal von vorn.

Da reihten sich das „Plaisir d’amour“, das „Halleluja“ nahtlos an. Die Besucher wollten mehr, „Lady in Black“ ließ sich zum Grande Finale nicht lange bitten. „Heute ist ein schöner Tag“, gestand sie, dementsprechend postwendend ein weiterer Schmankerl-Mix mit „Lieder, die die Liebe schreibt“, „La Povence.“ Natürlich als krönender Abschluss „Ein Schiff wird kommen“ (die Hymne aus Piräus). Das war perfekt, Wahnsinns-Beifall stieg in den nächtlichen Burghimmel, Zugabe-Rufe – und dann gab es für die sympathische Künstlerin einen Riesenstrauß weißer „Rosen aus Monschau“.