„Herr Gutbier und sein Verein zeigen wie fast alle Mobilfunkgegner eine erschreckende Selbstüberschätzung. Keiner dieser Leute ist vom Fach, dennoch meinen sie, in der Liga der Wissenschaftler mitspielen zu können. Das Niveau reicht jedoch nur für Pseudowissenschaft“, sagt Stephan Schall von diesem privat betriebenen Informationszentrum auf GE-Anfrage. Das Zentrum war ursprünglich ebenfalls aus Angst vor Mobilfunkstrahlen entstanden. Der Name war eine Persiflage des in der Öffentlichkeit bekannteren Informationszentrums Mobilfunk (IZMF). Inzwischen versteht man sich jedoch als „Informationszentrum gegen unanständige Mobilfunkgegner“, wie es auf der Website heißt, und firmiert deshalb fast nur noch unter dem Kürzel „IZgMF“. „Mit unanständig gemeint sind Leute, die einem vorsätzlich die Angst vor Funkwellen injizieren, um später gesellschaftlichen oder finanziellen Profit daraus ziehen zu können.“ Stephan Schall spricht im Zusammenhang mit Mobilfunkgegnern wie Jörn Gutbier von typischen „Scheindebatten“, die heute gefährlicher als früher seien, weil die „Angstmacher“ über das Internet bis ins Wohnzimmer vordringen könnten. „Und Sie können die Webseiten von Scharlatanen nicht mehr von seriösen Seiten unterscheiden, denn mit Webbaukästen kann heute jeder professionell wirkende Seiten bauen. Erst bei den Inhalten trennt sich die Spreu vom Weizen.“ Ein Beispiel: Gutbier und die „Diagnose-Funk“ schürten Ängste gegenüber Sendemasten. Dies führe zu Forderungen aus der Bevölkerung, solche Masten nicht in Wohngebieten zu installieren. Dabei gelte der Grundsatz: Je größer der Abstand zwischen Handy und Sendemast, desto schlechter die Verbindungsqualität und desto höher die Sendeleistung, die das Handy aufbringen müsse, um den Sendemast noch zu erreichen. Dies habe die Schweizer Hermes-Studie vom Januar 2016 dokumentiert. Darüber hinaus stelle man sich nicht dem Dialog mit „seriösen Wissenschaftlern“, obschon es dazu die Gelegenheit gegeben hatte, so Stephan Schall, der all seine Behauptungen dokumentieren kann, sodass sie auch für Außenstehende nachvollziehbar sind.
„Aus Sicht des IZgMF treiben Herrn Gutbier und sein Verein erstrangig kommerzielle Interessen an, Ziel ist es, die öffentliche Meinung zu so zu modellieren, dass Profiteure der Angst vor Elektrosmog gut ins Geschäft kommen.“ Dabei sei Angst vor Elektrosmog „objektiv unbegründet“, sagt Stephan Schall. Es gebe weltweit „viele seriöse Expertenkommissionen, die regelmäßig den Stand des Wissens prüfen und unisono keinen Anlass zur Sorge sehen“. Auf Ebene der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der EU sei dies nicht anders: „Es kann nicht sein, dass die alle bestochen oder in eine Verschwörung gegen die Bürger der Welt zugunsten der Mobilfunkindustrie verwickelt sind“, so Schall. (sc)
