Vervoort hatte sich dafür ausgesprochen, 500.000 Euro freizumachen, um Unterkünfte für die Flüchtlinge im Nord-Viertel der Hauptstadt zu schaffen, damit das humanitäre Leid dort gelindert werden könne. Mit diesem Vorschlag, der von der Brüsseler Regionalregierung noch nicht offiziell abgesegnet wurde, wolle die Region die Lücken schließen, die die Föderalregierung hinterlasse, die ihrer Verantwortung nicht nachkomme, hatte Vervoort gesagt. Die Rechnung werde die Region nach der dringenden humanitären Intervention aber an die Föderalregierung weiterreichen.
Staatssekretär Francken reagierte am Samstag und zeigte sich „irritiert“. Ob er denn in Brüssel einen „zweiten Dschungel von Calais“ errichten wolle, fragte der Staatssekretär an die Adresse von Minister-Präsident Vervoort. Er verwies auf die bereits jetzt sehr prekäre Situation an manchen Parkplätzen entlang der Autobahn E40, wo Flüchtlinge versuchten, an Bord von Lastwagen zu gelangen, die auf dem Weg nach Großbritannien sind. Durch die geplante Initiative der Brüsseler Regionalregierung werde auch dieses Problem verschärft, sagte Francken.
Letzterer erneuerte daraufhin seinen Vorwurf, dass die in dieser Frage zuständige Föderalregierung jegliche Initiative bei diesem Dossier vermissen lasse. „Wenn ihr es nicht macht, dann könnten wir es tun“, ließ er mitteilen. (belga/mako)
