Hackfleisch und andere Highlights aus rund 20 Jahren "Domian"


"Ich habe Lust, mal wieder häufiger die Morgensonne zu sehen", sagt der 56 Jahre alte WDR-Nachttalker in der Nacht zu Dienstag. Noch bis Ende 2016 werde er weitermachen. Darauf habe er sich mit dem WDR geeinigt. Wie es mit dem Sendeplatz danach weitergehen soll, ist noch unklar.

Nacht für Nacht rufen Hörer in seiner Sendung an, erzählen von schweren Schicksalsschlägen, Liebeskummer, abseitigen Hobbys oder skurrilen Sexpraktiken. Insgesamt hat Domian seit der ersten Sendung am 3. April 1995 rund 20.000 Gesprächspartner in seiner Nachtsendung gehabt.

1Live-Programmchef Jochen Rausch dankte Domian und bezeichnete den Entschluss nach 20 Jahren als "mehr als verständlich." Eine WDR-Sprecherin sagte am Dienstag in Köln, es sei noch zu früh, um über ein Nachfolgeformat zu sprechen. Eine Facebook-Userin machte hingegen den Vorschlag, einen "für alle Beteiligten angenehmeren Sendeplatz zu finden anstatt diese abzusetzen".

Jürgen Domian musste sich während seiner Sorgen-Sendung schon einiges anhören – mindestens einmal kam es sogar zu einer Anzeige. Einige Highlights aus rund zwei Jahrzehnten:

– Der Klassiker ist unumstritten der "Mett-Mann": Edwin (26) offenbarte einst seine Vorliebe für Hack. Einmal im Monat, so erzählte er es, kaufe er beim Metzger seines Vertrauens um die 60 Kilo Mett. Daraus forme er sich einen Frauenkörper, an dem er sich reibe. Das Hackfleisch sei so "unberührt", erklärte er seine Faszination. Eine solche Aktion koste ihn jedes Mal 800 D-Mark.

– Christoph (28) gestand 2008 den Seitensprung mit der Freundin seiner Freundin – und den Tod einer Katze. Kurz vor dem Sex hatte er noch eine Pizza in den Ofen geschoben. In einem unaufmerksamen Moment kletterte auch die Babykatze hinein.

– 2013 rief Neonazi Sebastian bei Domian an, der aus der Szene aussteigen will. Regelmäßig sei er mit der Gruppe auf Ausländer losgegangen. "Normale Schlägereien. Niemand wurde ins Koma geprügelt."

– Im rheinischen Dialekt plauderte Lydia (73) ganz offen über eine Bekanntschaft auf dem Friedhof. Der Mann überredete sie zu Oralsex in einem nahe gelegenen Wäldchen. "Dat war en Fachmann", befand sie. Selbst Domian fehlten die Worte.

– Nicole (29) aus Kiel machte Domian richtig wütend: Seitdem sie 16 Jahre alt sei, empfange sie Sozialhilfe, habe keine "Lust zu arbeiten". Zu Vorstellungsgesprächen gehe sie im" Jogger mit fettigem Haar". Rund 700 Euro beziehe sie jeden Monat. "Völlig daneben", wertete Domian und kündigte an, Nicole anzuzeigen. (dpa)