Bodenerosion: Modalitäten in der Wallonie werden überarbeitet

<p>Bodenerosion: Modalitäten in der Wallonie werden überarbeitet</p>
Illustrationsfoto: picture alliance/dpa

Sie hatte sich deshalb nach eigenen Angaben beim wallonischen Landwirtschaftsminister Willy Borsus (MR) dafür eingesetzt, diese Regelung zu überdenken. „Nun kommt aus Namur ein positives Signal in diese Richtung“, schreibt Christine Mauel. Auch der wallonische Strategieplan für die Landwirtschaft enthalte eine spezifische Maßnahme, die sich auf das „Management der Bodenbearbeitung zur Verringerung des Risikos der Bodenverschlechterung und -erosion unter Berücksichtigung der Hangneigung“ bezieht. Diese Maßnahme ziele darauf ab, das Risiko der Bodenerosion zu begrenzen. „Sie beruht auf einer kartografischen Modellierung der jeweiligen Situationen in der Wallonie. Es hat sich jedoch erwiesen, dass dieses Modell in einer Reihe von Fällen nicht an die Realität vor Ort angepasst war und noch viel Arbeit erfordert, um es umsetzbar zu machen“, stellt Christine Mauel fest. Die ursprüngliche, mit der EU festgelegte zweijährige Übergangszeit, während der keine Sanktionen verhängt werden, habe sich als nicht ausreichend gezeigt.

Wie Christine Mauel nun mitteilt, hat die wallonische Regionalregierung auf Vorschlag von Landwirtschaftsminister Willy Borsus die Modalitäten des Erosionsmanagements grundlegend überarbeitet und dafür die Zustimmung der EU-Kommission erhalten. Grundlage werde das bisher gültige System R10/R15 sein. Die R10-R15-Kartierung werde ab Anfang 2024 bis Ende 2026 gelten. „Es gibt eine Änderung: Die betroffenen Parzellen müssen nur am unteren Ende des Hangs einen Streifen von neun Metern aufweisen, der entweder mit Gras oder mit Wintergetreide bewachsen ist“, erläutert Christine Mauel. Zusätzlich werde ab Anfang 2024 für eine Dauer von zwei Jahren in Abstimmung mit den Städten und Gemeinden vor Ort eine Begleitung der Landwirte durch „Erosionsberater“ eingeführt, um auf die immer wiederkehrenden Probleme der Erosion und Schlammlawinen möglichst angemessen reagieren zu können. Deren Tätigkeit werde sich vorrangig auf die Lösung der „schwarzen Flecken“ konzentrieren, die von den zuständigen Behörden registriert wurden.

Mauel begrüßt die neue Regelung ausdrücklich: „Ich bin mehrfach von betroffenen Landwirten und auch von den Berufsverbänden wegen der neuen Anforderungen kontaktiert worden. Jetzt ist die Voraussetzung gegeben, damit die Politik der EU zur Vermeidung der Bodenerosion den ostbelgischen Gegebenheiten angepasst wird.“ (red/sc)

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