Sunak zu 25 Jahren Frieden in Nordirland: „Es gibt viel zu tun“

<p>Der englische Premierminister Rishi Sunak</p>
Der englische Premierminister Rishi Sunak | Foto: afp

„Während wir uns an den soliden Fortschritt erinnern, den wir gemeinsam erzielt haben, müssen wir auch unsere Anstrengungen verstärken, um das 1998 gegebene Versprechen einzulösen“, sagte Sunak zum Jahrestag des als Karfreitagsabkommen bekannten Friedensvertrags.

Das Karfreitagsabkommen beendete am 10. April 1998 den blutigen Bürgerkrieg zwischen meist katholischen Befürwortern einer Vereinigung der beiden Teile Irlands auf der einen Seite sowie überwiegend protestantischen Anhängern der Union mit Großbritannien, Polizei und britischer Armee auf der anderen Seite. Etwa 3.700 Menschen kamen ums Leben, ungefähr 47.500 wurden verletzt.

„Wir müssen wieder eine Regierung [in Nordirland] bekommen“, forderte Sunak. „Wir sind bereit, mit unseren Partnern in der irischen Regierung und den lokalen Parteien zusammenzuarbeiten, um die Institutionen so schnell wie möglich wieder ans Laufen zu kriegen.“

Seit Monaten herrscht in Nordirland politischer Stillstand. Die größte Unionistenpartei DUP weigert sich, in eine Regierung mit der republikanischen Partei Sinn Fein einzutreten - obwohl das Karfreitagsabkommen eine solche Einheitsregierung mit Vertretern beider Lager vorsieht. Die Unionisten stören sich an den Handelsregeln, die für Nordirland nach dem Brexit gelten. Auch ein kürzlich zwischen London und Brüssel geschlossener Kompromiss konnte dies bislang nicht ändern.

Nordirland folgt als britischer Landesteil auch nach dem Brexit den Regeln des EU-Binnenmarktes und der Zollunion. Damit soll eine harte Grenze zum EU-Staat Irland vermieden werden, an der alte Spannungen aufflammen könnten. Stattdessen sind aber Handelsbarrieren zwischen Nordirland und Großbritannien entstanden. (dpa/jod)

Kommentare

Kommentar verfassen

0 Comment