Das ostbelgische Institut für Demokratiepädagogik (IDP) aus Eupen, das Zentrum für politische Bildung aus Luxemburg (ZpB) und die Deutsche Kinder und Jugend Stiftung (DKJS) aus Trier haben das internationale Erasmus+ Projekt „(S)innfluence your World“ über drei Jahre begleitet. Das Projekt wollte pro-aktiv auf das positive Potential von Musik bei politischer Bildung hinweisen und ein Programm erarbeiten, das es Leitern von Jugendorganisationen aller Art, Lehrpersonen im schulischen und außerschulischen Kontext in den Bereichen Musik, Sprache, Tanz und Theater ermöglicht, diese Aspekte systematisch in das Erlernen demokratischer Kultur mit aufzunehmen.
Das Ziel für die Jugendlichen in jedem teilnehmenden Land war es, ein Gesamtwerk zu erstellen, das auf den unterschiedlichsten Ausdrucksmöglichkeiten von Musik, Theater, Tanz und Sprache basiert. Die in den Workshops erarbeiteten Stilmittel, die zur Manipulation von Denkprozessen genutzt werden, sollten die Grundlage für diese kreative Umsetzung darstellen. Durch diesen Arbeitsprozess sollten die Teilnehmenden selbst sowie diejenigen, die dieses Werk hören und sehen würden, auf die Prinzipien der Propaganda und der Manipulation im musischen Bereich aufmerksam gemacht werden und in der Lage sein, ihre eigene Konzeption argumentiert darzustellen.
Ein weiteres Ziel war die Entwicklung einer Weiterbildung für Lehrpersonen, Jugendarbeiter und Musiklehrer, die auf den Erfahrungen der Workshops beruhte. Ein Dokumentarfilm zum Thema wurde ebenfalls als didaktisches Material entwickelt.
Es wurden zwei Akademien von jeweils fünf Tagen organisiert, an denen die Jugendlichen mit Referenten aus Musik, Tanz, Theater und Kommunikation die fünf Grundgefühle (Freude, Wut, Angst, Ekel, Trauer) gemeinsam erarbeiteten und ihre Gedanken kreativ umsetzten. Während der zweiten Akademie wurde das in der Sommerakademie erarbeitete Projekt von den Jugendlichen zusammen mit den Referenten für die Aufführung fertiggestellt. Das Endergebnis dieser Arbeit wurde bei den anschließenden „Aktionstagen politische Bildung“ aufgeführt und das Thema öffentlich debattiert.
Am 4. Mai 2023 findet nun im Rahmen des internationalen Jugendbildungsprojekts eine Fachtagung zu „Musik und Politik“ statt. Das Projekt hat zum Ziel, Jugendliche aus Ostbelgien, Luxemburg und Deutschland in interdisziplinären Workshops zusammenzubringen, um gemeinsam ein Stück zu erarbeiten und sich mit politischen Themen wie Demokratie und Toleranz auseinanderzusetzen.
Die Fachtagung bietet Impulsforen, in denen Referenten und Referentinnen ihre Erfahrungen und Erkenntnisse aus der Zusammenarbeit mit den Jugendlichen teilen. In Impulsforum 1 wird die wissenschaftliche Leiterin des Instituts für Demokratiepädagogik, Tomke Lask, zusammen mit dem Regisseur und Autor Hans-Erich Viet die Wichtigkeit, Gelingensbedingungen und Herausforderungen der grenzübergreifenden Jugendarbeit diskutieren. Ein entstandener Dokumentarfilm wird in diesem Kontext am 3. Mai vorgestellt mit Erläuterungen, wie er in die inner- und außerschulische Jugendarbeit integriert werden kann.
In Impulsforum 2 wird Patrick Theil, Drummer und Musikdozent, mit den Teilnehmenden diskutieren, wie politische Themen erfolgreich in die musikalische Arbeit mit Jugendlichen unterschiedlicher Herkunft und unterschiedlichen Alters einfließen und ein gemeinsames künstlerisches Projekt gelingen kann.
Im Impulsforum 3 und 4 werden Podcasts und didaktische Begleitbroschüren vorgestellt, die das Zentrum für politische Bildung (ZpB) Luxemburg im Rahmen des Jugendbildungsprojekts entwickelt hat. Sie sollen Praktikerinnen im inner- und außerschulischen Kontext dabei unterstützen, politische Bildung über jugendnahe Zugänge zu gestalten.
Die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung (DKJS) stellt in Impulsforum 5 und 6 eine modulare Toolbox für schulische Demokratietage vor. Sie versammelt Impulse und Ideen, Checklisten und Methodentipps sowie hilfreiche Kontakte und anschauliche Beispiele rund um die Themen junges Engagement, Ehrenamt und Freiwilligenarbeit.
Die Fachtagung bietet somit eine Vielfalt an spannenden Impulsforen, die sich an alle Interessierten richten. (kupo)
Die Anmeldung für die Filmvorführung am 3. Mai und/oder den Fachtag am 4. Mai erfolgt über den Link https://eveeno.com/famup2023.

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