In Italien nimmt eine neue Konkurrenz von rechts für Ministerpräsidentin Giorgia Meloni, die seit mehr als dreieinhalb Jahren mit einer rechten Koalition an der Regierung ist, konkrete Formen an. Die Partei Futuro Nazionale (Nationale Zukunft) des Politikers Roberto Vannacci hielt in Rom ihren Gründungsparteitag ab. Vannacci sagte dort: „Wir schämen uns nicht, es zu sagen, und ich bitte euch sogar, es auch zu sagen: Italien den Italienern!“
In den Umfragen liegt die Bewegung, die auch Verbindungen zur AfD pflegt, aktuell bei etwa vier Prozent. Vannacci machte klar, seine Positionen nicht abschwächen zu wollen. Gerade wegen dieser Positionen erfahre die Partei Zustimmung, sagte er. Einer Allianz mit der Rechtskoalition von Meloni erteilte der Ex-Armeegeneral vorerst eine Absage: „Das ist kein Anliegen von mir. Es scheint eher eine Erwartung dieses Mitte-rechts-Lagers zu sein.“
Vannacci verließ im Streit Lega-Partei
Anfang des Jahres war Vannacci im Streit um die politische Ausrichtung aus der rechtspopulistischen Lega-Partei von Italiens Vize-Ministerpräsident Matteo Salvini ausgetreten. Die Lega ist einer der kleineren Koalitionspartner von Meloni. Er kündigte damals an, seinen politischen Weg allein zu gehen. Seitdem habe die Partei fast 100.000 zahlende Mitglieder gewonnen, sagte Vannacci.
Zuletzt machte er Stimmung gegen die Meloni-Koalition. Vannacci bezeichnete seine Bewegung als die „wahre Rechte“ und warf der Regierung von Meloni vor, eine zu weiche Politik zu machen. Meloni wies die Vorwürfe scharf zurück.
Bekannt rassistische und homophobe Äußerungen
Vannacci fordert unter anderem eine restriktivere Migrationspolitik sowie nationale Souveränität und äußert immer wieder Kritik an der Europäischen Union. Er wurde im rechten Lager unter anderem mit Äußerungen gegen Migranten und Homosexuelle populär. Vannacci ist auch durch sein Buch „Il mondo al contrario“ (zu Deutsch: „Verkehrte Welt“) bekannt. Darin behauptete er unter anderem, Minderheiten hätten eine Diktatur errichtet. (dpa/calü)

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