Historischer Zuschlag: Belgien richtet mit Frankreich die Handball-EM der Frauen 2030 aus

<p>Die belgischen Handballerinnen dürfen 2030 erstmals eine Europameisterschaft im eigenen Land erleben.</p>
Die belgischen Handballerinnen dürfen 2030 erstmals eine Europameisterschaft im eigenen Land erleben. | Foto: Verband

Nach Angaben des französischen Verbandes überzeugte die gemeinsame Kandidatur die europäischen Entscheidungsträger mit der „Komplementarität und dem Ehrgeiz“ des Projekts beider Verbände. Als belgischer Austragungsort ist Antwerpen vorgesehen. Die Spiele sollen in der Lotto Arena stattfinden.

„Die Vergabe der Frauen-Europameisterschaft 2030 an Frankreich und Belgien ist ein historischer Moment für den belgischen Handball“, erklärte Jean-François Hannosset, Präsident des belgischen Handballverbandes (URBH). Die Ausrichtung des Turniers sei eine Anerkennung der Arbeit, die in den vergangenen Jahren im belgischen Handball geleistet worden sei. Gleichzeitig biete das Turnier die Chance, eine neue Generation von Spielerinnen für den Sport zu begeistern. „Wir wollen aus dieser EM nicht nur einen sportlichen Erfolg machen, sondern auch einen Hebel für die weitere Entwicklung des Handballs in Belgien schaffen“, betonte Hannosset.

Für die belgische Frauen-Nationalmannschaft, die Black Arrows, eröffnet sich damit eine einmalige Perspektive. Als Mitgastgeber ist Belgien automatisch für die Endrunde qualifiziert und wird damit erstmals überhaupt an einer Handball-Europameisterschaft teilnehmen.

Noch vor wenigen Jahren schien ein solcher Erfolg weit entfernt. Erst 2024 nahm Belgien nach 19 Jahren wieder an einer Qualifikationskampagne für ein großes internationales Turnier teil. Zwar verpassten die Belgierinnen damals die WM-Endrunde 2025, dennoch gelang anschließend die Teilnahme an der Qualifikation für die Europameisterschaft 2026. In einer starken Gruppe mit Deutschland, Slowenien und Nordmazedonien reichte es letztlich nicht für die Qualifikation.

Umso größer ist nun die Vorfreude auf das Heimturnier. „Für jede Spielerin ist es ein Traum, eine Europameisterschaft im eigenen Land erleben zu dürfen“, sagte Nationalspielerin Nele Antonissen. Schon jetzt sei die Aussicht, 2030 vor Familie, Freunden und belgischen Fans aufzulaufen, eine zusätzliche Motivation für die gesamte Mannschaft. Sie hoffe zudem, dass das Turnier viele junge Mädchen dazu inspiriere, selbst mit dem Handball zu beginnen.

Auch die Stadt Antwerpen sieht in der EM eine große Chance. Sportschöffe Stijn De Rooster (N-VA) bezeichnete die Vergabe als weiteren Schritt auf dem Weg, Antwerpen als führende europäische Sportstadt zu positionieren. Nach der Ausrichtung einer Gruppenphase der Basketball-Europameisterschaft 2027 unterstreiche nun auch die Frauen-Handball-EM 2030 den Anspruch der Stadt, insbesondere den Frauensport stärker ins Rampenlicht zu rücken. (belga/calü)

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